Daniela Chmelik, Jhrg. 1980, studierte russische und deutsche Literaturwissenschaft. Auf ihrer Webseite beschreibt sie sich selbst: „Am liebsten immer das Meer in der Nähe. Oder wenigstens einen breiten Fluß. Mag Deiche, Strandgut, Möwengekreische und Čechovs Dramen“, und nickend zieht man die Verbindung zum romantischen Foto mit Flechtfrisur und Biedermeierbluse. Dann fährt sie fort: „und Prosa mit Damen und rosa Hündchen; mag die überaus erfolglose Senioren-Fußballmannschaft ihres Vaters und die Trotzdem-Kiste Bier nach dem Spiel, mag Blümchenblusen, die Trostlosigkeit herbstlich-nackter Kleingärten und Hamburger Wetter.“ Das klingt spannend, einordnen ist jetzt schon schwieriger. Wenn man sie dann noch in ihrer Roller-Derby-Montur sieht, gerät alles durcheinander.

Nach mehreren Literaturpreisen debütierte Daniela Anfang Oktober mit ihrem Roman „Walizka“ (asphalt & anders). Der Roman wird hoch gelobt für seine Stimmungen, die drei Mädchen mit Identitätssuche auf einem Roadtrip durch osteuropäische Großstädte durchleben. Wenn Daniela nicht gerade aus ihm liest oder für Kulturmagazine schreibt, rast sie unter dem Derby Namen „Original Pirate“ im Kreis durch eine Halle und schmeißt andere Frauen um. Jetzt rollt sie sicher die Augen, denn für Roller-Derby gibt es ein 50-Seiten-dickes Regelwerk, das sie gelesen hat und beachten muss, sonst kommt sie auf die Strafbank. Der Sport, der seit einigen Jahren in Deutschland wie verrückt wächst, macht Frauen und Mädchen stark, sagt sie: Als sie neulich zu ihrem Lektor musste, hat sie auf dem Weg dorthin ihren Derby-Helm aufgesetzt, und fühlte sich gleich viel besser für das Gespräch gewappnet.

Manchmal gibt es auch fette blaue Flecke, aber dafür kuschelig weiche Protektoren. Die Harborgirls, ihre Mannschaft, suchen immer Frauen, die keine Angst vorm Fallen, und viel Spaß am Rasen haben. Wenn ihr auch einen Namen wie Effie Biest, Hater Skater oder Miss Pickafight tragen wollt, meldet euch an – es sieht es nach ultra viel Spaß aus, wie man hier sehen kann: