Über Tchibo wollten wir mit euch schon länger reden – und zwar aus mehreren Gründen. Zum einen macht Tchibo schon seit längerem immer wieder mit Gender Marketing und sexistischen Rollenlimitierungen auf sich aufmerksam. Im letzten Jahr war es eine Serie von Putzmittel. „Putzen, Spülen und Wäschepflege“ kam dabei ausgesprochen weiblich daher.Tchibo 2013

Sogar an den Nachwuchs wurde dabei gedacht.

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Schließlich müssen Mädchen ja wissen, wohin es für sie gehen soll.

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Zum anderen repräsentiert Tchibo mit solchen und ähnlichen Kampagnen den Status Quo in Bezug auf Sexismus. Irgendwo zwischen Gleichberechtigung und nackten Frauenkörpern, die als Blickfangwerbung für Bodenbeläge herhalten müssen. Nichts zu krasses aber noch lange nicht gut.

Und zu schlechter Letzt hat euch Tchibo mit seiner Astronauten- und Prinzessinnen Bettwäsche, seinem Bastelkalender mit normschönen Modelzeichnungen

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und ähnlichen Produkten richtig genervt. In den vergangenen Wochen sind wir auf keine andere Werbung häufiger aufmerksam gemacht worden. Das zeigt, dass es nicht nur darum geht, gegen drastische sexistische Darstellungen Stellung zu beziehen, sondern auch gegen die alltäglichen Limitierungen von Geschlechterrollen, die uns scheinbar von überall unter die Augen kommen und in die Ohren kriechen. Weil sie so naheliegend sind. Weil man sich daran gewöhnt hat, damit zu verkaufen.

In diesem Zusammenhang umzudenken, wäre doch ein guter Vorsatz für 2015. Was meinst du, Tchibo?

Nils Pickert