Ja, aber – das hatten wir doch schon mal? Richtig. Im Sommer 2012 starteten wir eine Petition gegen die mageren Winx-Feen im rosa Überraschungsei von Ferrero. „Wir“ ist gut! Damals gab es uns noch gar nicht wirklich. Eine Facebookseite, eine Webseite im Aufbau, erst im Herbst 2012 wurden wir ein richtiges Team und Verein. Unsere Petition bekam damals nur 2700 Unterschriften – ein Witz im heutigen Clicktivism. Trotzdem waren wir mit dieser „Verücktheit“ in allen Tageszeitungen und Ferrero nahm das rosa Überraschungsei ein paar Monate vom Markt. Wir feierten schon den Erfolg! Doch drei Monate später, als der Ü-Ei-Hype wieder abgenommen hatte, wurde das Ei relauncht: Mit Barbie drin.

Seit dem habt ihr uns gebeten, noch mal gegen das rosa Ü-Ei vor zu gehen. Pünktlich zu Ostern starten wir eine neue Petition, die wir euch bitten, über eure Verteiler zu jagen. Und diesmal ist es anders. Wir möchten, dass Ferrero Kindern keine überzogen schlanken und nur auf ihr Äußeres reduzierten weiblichen Vorbilder präsentiert. Aber wir möchten noch mehr. Und das steht uns zu. Zu Recht.

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Seit letztem Sommer arbeitet Berit Völzmann bei Pinkstinks. Die Juristin hat viel zu geschlechtsdiskriminierender Werbung gearbeitet und uns erklärt, dass Gender-Marketing in seiner extremsten Form verboten gehört. Produkte, die Geschlechtsrollenstereotype verfestigen (Junge = Action; Mädchen = Süß) gefährden die Gleichberechtigung der Geschlechter. Nachgewiesener Weise fühlen sich Mädchen, die mit Barbie spielen, unwohler in ihrem Körper und wählen seltener technische Berufe.

Ähnliches können wir ausweiten auf Eier, die Technik für Jungen, und Verschönerungsideen für Mädchen enthalten. Der Staat hat durch unser Grundgesetz den Auftrag, uns vor solch limitierenden Produkten und ihrer Werbung zu beschützen. Genauer gesagt: Uns vor der Verfestigung von Geschlechtsrollenstereotypen – auch durch Produkte und Werbung – zu beschützen und der Gefährdung der Gleichberechtigung entgegenzuwirken. In Art. 3 Abs. 2 des Deutschen Grundgesetzes steht ganz klar:

„Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.“

Wenn es um Werbung geht, schaut man als erstes auf das Wettbewerbsgesetz (UWG). Nun ist es leider so, dass es keine konkrete Gesetzesnorm im UWG gibt, die diesen Verfassungsauftrag aufnimmt. Somit braucht es einen Zusatz im UWG, der auf Grundlage von Art. 3 GG dezidiert ausweist, was geschlechtsdiskriminierende Werbung ist und diese untersagt. Es gibt mehrere Jurist*innen, auch Professor*innen, die sagen, man könne schon jetzt mit dem UWG gegen geschlechtsdiskriminierende Werbung vorgehen. Noch ist es eine Mindermeinung. Der Verfassungsauftrag aus Art. 3 Abs. 2 S. 2 GG fordert die Verabschiedung einer Gesetzesnorm, die ermöglicht, dass diese Mindermeinung mehrheitsfähig wird.

Die Norm haben wir schon. Im September 2014 teilen wir sie mit allen Verbänden und Landesverbänden, laden ein zur Kooperation und werden damit an den Bundestag gehen. Bis spätestens 2016 erhoffen wir eine Veränderung der Gesetzeslage in Deutschland betreffend geschlechtsdiskriminierender Werbung.

Heute appellieren wir an Ferrero mit Selbstverpflichtung: Weil es selbstverständlich sein müsste, dass man Kinder in ihrer Entfaltung nicht begrenzen darf. Diesen Text findet ihr auf der Petitionsseite:

Jetzt die Petition unterzeichnen

Lieber Herr Vasallo, lieber Herr Nießner,

als Geschäftsführer von Ferrero wissen Sie sicherlich, dass das deutsche Grundgesetz unser Recht auf freie Entfaltung schützt (Art. 2 Abs. 1 GG) und anordnet, dass der Staat die Gleichberechtigung von Frauen und Männern fördert und die Beseitigung bestehender Nachteile bewirkt (Art. 3 Abs. 2, 2 GG).

Die Überraschungseier „nur für Mädchen“ reduzieren Verhaltensoptionen für Kinder und verfestigen Geschlechtsrollenstereotype, die Ungleichwertigkeiten erzeugen.

In ihrer Eierwelt dürfen Jungen nicht „süß“ sein oder pink lieben, das bleibt den Mädchen vorbehalten. Ihr einseitiges Jungenbild fördert Ausgrenzung: Jungs, die pinke Ponys lieben, wird gesagt, sie seien keine „richtigen“ Jungen. Und während die kleinen Männer für Technik und Fußball stehen, sind Mädchen ihre „Spielerfrauen“ oder „Fashionista“ in der Form von Barbie. Dass die Identifikation mit extrem schlanken und passiven Schönheitsidolen das Körperbewusstsein schädigt und zu Symptomen von Essstörungen führt, von der 30% der Mädchen in Deutschland betroffen sind, wissen Sie sicherlich – die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erklärt ihnen das sonst genauer.

Wir bitten Sie, die Welt unserer Kinder nicht in zwei Farben mit dazugehörigen festen Welten aufzuteilen. Wir fordern: Farben, Glitzer und Eier für alle!

Wir freuen uns sehr, wenn ihr uns helft, auf unserem Weg gegen Gender-Marketing einen Schritt voran zu kommen: Bitte unterschreibt und teilt die Petition.

Jetzt die Petition unterzeichnen

Herzlichen Dank,

Stevie Schmiedel und das Pinkstinks-Team