Afghanistan: Was kann ich tun?


Dieser Artikel wird regelmäßig aktualisiert.
(TW: Gewalt gegenüber Frauen und queeren Personen – Überspringe den ersten Absatz)

Die Taliban hat in Afghanistan die Macht übernommen. Insbesondere Frauen und die Menschen, die sich in den letzten Jahren kritisch geäußert haben und eine freie Meinung vertreten, müssen um ihre Freiheit und ihr Leben fürchten: Journalist*innen, Mitarbeiter*innen ausländischer Botschaften, Politiker*innen, Künstler*innen, Oppositionsgegner*innen. Aber auch alle anderen, die nicht der Normvorstellung der Taliban entsprechen: queere Personen und Feminist*innen sind in Lebensgefahr und müssen fürchten, ermordet zu werden. Frauen und Mädchen verlieren ihre Selbstbestimmung und den Zugang zu freier Bildung. Sie werden zwangsverheiratet, versklavt und vergewaltigt.

Eine humanitäre Katastrophe, die nicht in Worte zu fassen ist. Es ist grausam, was sich gerade abspielt. Zuhause sitzen wir mit einem Gefühl von Machtlosigkeit vor den Bildschirmen, sehen zu wie Menschen in Afghanistan panisch versuchen zu flüchten und der Terror Projekte von und für Frauen und Mädchen, die über Jahre hinweg aufgebaut wurden, zerschlägt.

Was können wir tun?

Wir haben ein paar Links für euch gesammelt, die wir mit euch teilen möchten. Sie sollen euch helfen, einen schnellen Überblick zu gewinnen, euch zu informieren und zu spenden.

Update 30.8.21: UN Women Germany e.V. hat neben der Aktion Offener Brief von UN Women Deutschland: Helft Afghanistans Frauen auch einen Spendenaufruf gestartet. Dort könnt ihr für Frauen in Afghanistan spenden.

Update 19.8.21: Unserer Freundin Kristina Lunz vom Zentrum für feministische Außenpolitik in Berlin hat Rat für uns. Zusammen mit der Aktivistin Düzen Tekkal von Háwar.help hat sie gestern eine Webseite erstellt, über die Spenden direkt an verschiedene NGOs und Akteur*innen fließen, die Frauen in Afghanistan unterstützen und helfen, sie außer Landes zu bringen. Seht hier ihren Aufruf und schaut hier auf ihre Webseite.

Spenden

Spenden sind wichtig, um Menschen vor Ort zu unterstützen. Neben bekannten Hilfswerken und Initiativen gibt es aktuell auch viele Menschen, die privat Geld sammeln und Kontakte vor Ort haben.

  • Update 30.8. UN Women e.V: Hilfe für Frauen in Afghanistan
  • Update 20.8. Relief for Internally Displaced Afghans: Cash-in-Hand-Spendenkampagne über GoFundMe, d.h. sie versorgt Menschen in Not mit Bargeld statt mit Hilfsgütern für mehr Selbstbestimmung
  • Update 20.8. Emergency Help for LGBTQ Afghans in Afghanistan: Hilfe für LGBTQ-Personen in Afghanistan
  • Update 20.8. The Khaled Hosseini Foundation: Stiftung des Autors Khaled Hosseini
  • Update 19.8: Asiyah International: NGO, die vor Ort Notfhilfe-Pakete für die Bevölkerung packt.
  • Update 19.8: medica mondiale e. V.: setzt sich weltweit für die Rechte von Frauen und Kindern ein
  • Ärzte ohne Grenzen: Kümmern sich um Versorgung von Verletzten, aber auch um schwangere Frauen
  • Afghanischer Frauenverein e.V: Hilft vor allem Frauen und Kindern
  • Visions for Children e.V.: Organisation aus Hamburg, die Lern- und Lehrbedingungen in Kriegs- und Krisengebieten verbessert und aktuell Notleidende vor Ort unterstützt
  • Afghan Street KIDS: Initiative von ProKinJu e.V., die vor allem obdachlose Kinder im Hinblick auf den Winter mit Zelten, Jacken, warme Decken etc. unterstützt
  • Charmaghz Mobile Libraries: NGO aus Kabul, die aus Bussen mobile Büchereien für Kinder baut
  • Srow Zar Children: Organisation aus Afghanistan, die Familien unterstützt
  • Emergency: Hilfs-Organisation, die Menschen vor Ort medizinisch und mit den wichtigsten Dingen wie Nahrungsmitteln versorgt
  • Women for Afghan Women: schützt und fördert Rechte afghanischer Frauen und Mädchen 
  • International Media Support: Unterstützt vor allem Journalist*innen vor Ort
  • Welthungerhilfe: Unterstützt verschiedene Projekte in Afghanistan
  • Kinderhilfe Afghanistan: private Initiative aus Regensburg, die vor allem Frauen und Kinder medizinisch und schulisch unterstützt
  • Kaussar e.V.: unterstützt bedürftige afghanischen Frauen und Kinder
  • Omar Haidari: deutsch-afghanischer Menschenrechtsaktivist, unterstützt mit einer Kampagne Menschen in Kabul, die geflohen sind und Trinkwasser, Unterkunft oder notwendige Hygieneprodukte brauchen
  • Marina Khan: uk-afghanische Designerin, die vor allem Menschen in Kabul und Helmand unterstützt
  • Marya Ullfat: floh 1999 aus Afghanistan und unterstützt vor allem Menschen in Nord-Afghanistan, die kein Geld haben, um in die Hauptstadt zu fliehen

Aktionen und Petitionen

Geld ist wichtig, um Hilfe zu leisten. Aber auch deine Stimme und deine Aufmerksamkeit sind viel wert.

  • Update 22.8.: Seebrücke: hat eine neue Aktionsübersicht erstellt

Du kennst andere Organisationen oder Personen, die Spenden sammeln oder Petitionen starten? Schreib uns an info@pinkstinks.de oder mach selbst in den sozialen Netzwerken und in deinem privaten Umfeld darauf aufmerksam.

Informieren und folgen

Um helfen und solidarisch sein zu können, ist es wichtig sich zu informieren und informiert zu bleiben. Hier sind Accounts und Websites, die über die aktuelle Lage berichten.

Mehr Infos

Und jetzt?

Das alles ist natürlich eine unvollständige Momentaufnahme, die wir versuchen mit unseren Ressourcen nach und nach zu ergänzen. Wir hoffen, dass wir euch einen kleinen Überblick verschaffen können und ihr Anhaltspunkte gefunden habt, die euch helfen, weiterhin auf dem Laufenden zu Bleiben, Menschen zu unterstützen und vor allem mit anderen zu teilen. Ganz egal, ob ihr unsere Linksammlung weiterschickt oder andere Links mit euren Bekannten und eurer Familie teilt: schafft Aufmerksamkeit für die Lage der Menschen vor Ort, für Spenden und Demos.

Kommentare zu diesem Text könnt ihr uns in unseren Netzwerken hinterlassen und dort mit insgesamt 120.000 Menschen teilen!