+++Update 31.Januar 2019, 11 Uhr: Die Verantwortlichen der Werbung für „Moneydate“ haben sich soeben telefonisch gemeldet. In einem freundlichen Gespräch erfuhren wir, dass ihnen Implikationen der Werbung nicht bewusst waren und sie  das Motiv sofort zurückziehen werden.+++

An den Film The Wolf of Wall Street mit Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle werden sich sicher einige von euch erinnern: 2013 erschien diese nach den Bestseller-Memoiren des Börsenmaklers Jordan Belfort verfilmte Biografie und zeigt Raubtierkapitalismus und männliches Dominanzgebaren an Amerikas wichtigstem Finanzplatz in den 80ern: Geld schaffeln, Leute bescheißen, Parties schmeißen, kleinwüchsige Menschen zur allgemeinen Belustigung auf Zielscheiben werfen, Drogen und natürlich Frauen – immer wieder Frauen: Als Sexobjekte, als Ärgernis, als Dekoration, als in jeder Hinsicht käuflich und verfügbar. Frauen, die Geld an ihrem Körper schmuggeln sollen, weil man(n) einfach zu viel davon hat und nicht weiß, wohin damit.

Passendes Zitat aus dem Film dazu:

Solange mein Geld an deinen Titten klebt, arbeitest du für mich.

Das Ganze war eine abgedrehte Parabel über Gier, Macht und über – mit all ihrem Geld und Erfolg – sehr arme Männer. Der Film wirkte streckenweise so überzogen, dass rund um den Veröffentlichungstermin einige Artikel erschienen, die sich die Mühe machten, den gezeigten Szenen einen Realitätscheck zu unterziehen. Und selbst das, was dann noch übrig bleibt, wirkt nach Bankenkrise und Occupy Wall Street ohne großen Bezug zur Gegenwart. Heute läuft das sicher anders. Oder doch nicht?

Wenn man sich die aktuelle Kampagne der Firma Moneydate anschaut, kann man dabei zumindest ein bisschen ins Grübeln kommen.

Was sind denn das für Leute, die es Frauen und Finanzen besorgen wollen? Moneydate ist eine Marke der Firma Geld.de, einem Versicherungsmakler. Dahinter steckt mit JDC Geld.de dasselbe Unternehmen mit Sitz in Wiesbaden und dasselbe Geschäftsführerteam. Das ist insofern interessant, als die beiden Ableger mit unterschiedlicher Bildsprache arbeiten. Während man(n) sich auf Geld.de auf dem Sofa am Tablet über Versicherungen informiert,

 

ist es bei Moneydate die Hipstervariante mit offenem Hemd und Sonnenbrille vorm Privatjet.

Da darf der Instagramaccount mit Wandtattoosprüchen zu Champagnerflaschen

und Luxusautos

natürlich nicht fehlen. Denn „Geld enabled eben alles“ wie man bei Moneydate weiß.

Oder auch nicht. Offenbar enabled Geld nicht dazu, den Unterschied zwischen sexy und sexistisch zu begreifen

oder seine peinlichen Wolf of Wall Street Fantasien endlich zu begraben.

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Quelle Beitragsbilder: Universal, Screenshots