Männer, ne?! Was sind das eigentlich für Leute? Und wie zum Geier verkauft man denen Produkte, die einfach niemanden interessieren und/oder gendermarketingmäßig so sehr mit weiblichen Attributen besetzt sind, dass mann nicht mehr zugreifen mag. Nachher steht irgendwo noch ne unangekündigte Geschlechtskontrolle an und dann fällt mann durch. Oder mann schenkt seinem Freund einen Gutschein für ein Wellnesswochenende und vergisst dabei ausversehen no homo zu sagen. Schlimm.

Deshalb ist es immer besonders schön, wenn vormalig weiblich gelabelte Produkte auf männlich gebürstet werden sollen. So wie das Lübecker Marzipan der Firma Niederegger. Letztes Jahr sind die mit der bahnbrechenden, noch nie dagewesenen Idee um die Ecke gekommen, es doch mal mit Stereotypen zu versuchen. Könnte ja funktionieren (Stichwort Herrenschokolade). Macht halt sonst auch niemand. Nicht nur wir waren total begeistert.

Und nicht nur wir haben uns gefragt, wie man mit so einer hohlen Marketingstrategie umgehen soll. Ernst nehmen? Skandalisieren? Sich drüber lustig machen?

Naja, und wie es dann immer so ist: Wenn man sich nicht entscheiden kann, kommen drölfzig andere Sachen dazwischen und das Thema wird sehr weit nach hinten geschoben – bis es wieder einen Anlass gibt, es hervorzukramen und festzustellen, wie absurd das  Ganze wirklich ist:

Männermarzipan, das in kleinen Pappschachteln daherkommt, auf denen Tool Box steht, ist also

wie gemacht für Rudelführer, Draufgänger und andere Helden.

Außerdem arbeiten Männer manchmal einfach zu viel (Frauen nicht) und trinken dann Espresso Shots. Vertragen die Weiber sowieso nicht. Die sollen mal lieber ihre Brüder fürs Schrank Aufbauen mit Trüffelpralinen belohnen. Das Zeug nicht selbst zu kaufen, sondern wegen seiner Männlichkeit nach männlicher Arbeit in männlichen Geschmacksrichtungen untergeschoben zu bekommen, weil Frauen nun mal so sind und  so Sachen kaufen, ist übrigens genau das Ding von Männern. Findet Niederegger und erkundigt sich gerade (Ach guck, der Anlass), was es da sonst noch so gibt. Damit mann weiß, in welche Richtung das zu gehen hat, gibt’s fünf vielfältige Vorschläge: Dreimal irgendwas fahren, einmal fliegen, einmal Hipsterbart, ein bisschen Aggression und ein Hackebeil in die Kamera halten und es Männer-Kochen nennen. Trotz dieser überwältigenden Auswahl sind mir spontan andere Sachen eingefallen, die mein Ding sind.

Andere kamen auf noch abwegigere Ideen.

Männer, die liebevoll sind, Care-Arbeit leisten, sich um ihre Kinder kümmern, ehrenamtlich engagieren und eingestehen, wenn sie etwas nicht können –  das fehlte gerade noch.

Ja genau, Niederegger: Das fehlte gerade noch!