Ingwer-Shot: kurz und kompakt

+++ Am Montag bietet die Heinrich-Böll-Stiftung eine digitale Gesprächsrunde zum Thema trans*Menschen im Arbeitsleben. +++ Mittwoch jährt sich der Geburtstag von Hattie McDaniel zum 125. Mal. Die US-Schauspielerin war 1940 als erste Afroamerikanerin mit einem Oscar ausgezeichnet worden. +++ Diese Woche freuen wir uns außerdem über die frische Folge des Pissy Podcasts +++ Und können am Samstag der Lesung von Karosh Tahas neuem Buch „Im Bauch der Königin“ beim Prosanova-Festival lauschen +++ Ungewohnt anschmiegsam zeigt sich die französische Musikerin, Multiinstrumentalistin und einstiges Enfant Terrible Soko auf ihrem neuen Album. „Feel Feelings“ erscheint am Freitag +++

Zweites Frühstück: ausgiebig sättigend

Mit Betroffenheit haben wir in den vergangenen zwei Wochen die Ereignisse um den Tod an George Floyd verfolgt – vielleicht seid ihr am Wochenende sogar auch auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren. Denn längst ist das Entsetzen der Gewissheit gewichen, wir können nicht so tun, als sei Rassismus ein US-spezifisches Problem. Auch in Deutschland gibt es rassistische motivierte Polizeigewalt, wie überhaupt Rassismus ein globales Problem ist, von dem sich kein*e Weiße*r freisprechen kann, geschweige denn ihn einfach gegen sich gewendet betrachten kann.

Das ist nicht immer einfach, zu akzeptieren, aber schlicht die Verantwortung von sich zu weisen, bringt niemanden weiter. „Keine Gesellschaft setzt sich gerne mit dem eigenen Rassismus auseinander“, sagt die Politikerin Aminata Touré und appelliert an Bildungsprogramme, um Kolonialismus und Rassismus zu erfassen, begreifen und schließlich überwinden zu können. Damit Menschen nicht aufgrund ihrer Hautfarbe Zugehörigkeit abgesprochen wird.

Aber bevor politische Maßnahmen greifen, was können Weiße tun, um die Komplexität von Rassismus zu erkennen, eigene Privilegien zu hinterfragen und Schwarzen sowie People Of Colour zuzuhören? Wir haben dazu bereits vergangenes Jahr in der Schule gegen Sexismus gesprochen – auch weshalb das Thema für uns Feminist*innen extrem wichtig ist, Stichwort Intersektionalität. Zum diesjährigen Black History Month haben wir euch Initiativen, Medien und Persönlichkeiten der Schwarzen Community vorgestellt. Je mehr wir den Menschen zuhören, die von Rassismus betroffen sind, desto mehr können wir erahnen, was es heißt, sich als Schwarze*r oder Person of Colour in einer von Weißen definierten Welt zu bewegen.

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Ausleseempfehlung:

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Und damit unsere Schwarzen Mitmenschen gehört werden, gibt es die Initiative Afrozensus, die Daten von Afrodeutschen erfasst – Zahlen, die Sichtbarkeit ermöglichen. Daniel Gyamerah von der Organisation „Each One Teach One“ weist darauf hin, dass die über eine Million Menschen mit afrikanischer Herkunft in Deutschland kaum im öffentlichen Bewusstsein stattfinden. Weshalb dann auch gerne eine Talkshow zum Thema Rassismus mit Weißen besetzt wird. Dass das negativ auffällt und offen kritisiert wird, nehmen wir mal als Hoffnungsschimmer für ein Vielfalt-Bewusstsein, das nicht ohne Fragen und Antworten auskommt. Denn der Satz, Menschen bildeten sich Rassismus ein, kann nicht die Antwort sein …

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