Seitdem es Pinkstinks gibt, haben wir schon einige sogenannte Beauty Challenges kommen und gehen sehen. Und obwohl wir gewöhnlich nicht zum Hyperventilieren neigen, macht uns das wirklich Sorgen. Diese Social Media Trends beziehen sich zumeist auf Mädchen und/oder junge Frauen, bauen extrem viel Druck auf und werden dabei immer körperfeindlicher und immer absurder. Ob es um die Bananenfalte geht,

um die Thigh Gap

oder darum, Teile seines Körpers mit einem DIN A4 Blatt

bzw. mit einem iPhone verdecken zu können –

die Abwertung von weiblichen Körpern, die nicht den Normschönheitstrends entsprechen, ist implizit und allgegenwärtig. Das ist jedoch nicht die finale Eskalationsstufe. Es geht auch sehr explizit. Mit der Panty Challenge.

Gewonnen hat dabei diejenige, die per Fotobeweis einen Slip nachweisen kann, der möglichst unbefleckt von weiblichen Körperflüssigkeiten ist. Weil, oh mein Gott, Frauen und alles, was irgendwie mit ihrer Reproduktion zu tun hat, ist ja total ekelig!  Als Frau über solche Themen zu reden und zu schreiben ist eklig (findet zum Beispiel die Welt). Cosmopolitan weiß, dass Sex während der Periode höchstwahrscheinlich eklig, bestenfalls aber egal ist. Also nicht etwa geil oder möglicherweise eine gute Idee gegen Regelschmerzen. Stattdessen wird beschämt und mit übergriffige Reinheitsvorstellungen um sich geworfen. Und bei Übergriffigkeit darf die Bravo Girl natürlich nicht fehlen.

bravo

SO (im Sinne von nur so) sollte deine (ja, genau dich meinen wir) Vagina riechen. Es gibt den einen „perfekten Geruch“, über den frau gefälligst zu verfügen hat – alles andere ist inakzeptabel. So früh, so perfide werden derartige Hygieneansprüche in die Köpfe der Mädchen gehämmert. Über die man sich übrigens noch lustig macht, wenn sie an solchen Challenges teilnehmen. Was sind die auch so doof und machen da mit?! Ist ja nicht so als würde Mädchen von Kindesbeinen an eingetrichtert werden, dass sie nur dann einen Wert haben, wenn sie die Vorstellungen und Ansprüche anderer erfüllen. Oder als könnte sich meine elfährige Tochter inzwischen gezwungen fühlen, den spärlichen Flaum auf ihren Beinen zu rasieren, um vor Gleichaltrigen als schön zu gelten.

Ich sollte an dieser Stelle wie so oft vorsichtig formulieren und sagen, dass es mich unendlich ermüdet, mit all den Menschen zu diskutieren, die an den aufgezwungenen, fremdgesteuerten  Minderwertigkeitsgefühlen meiner Tochter und anderer Frauen und Mädchen Geld verdienen. Stattdessen heute mal anders: Manchmal verzweifle ich ob der schieren Anzahl von Ärschen, die ich dafür treten muss, dass sie mein eigentlich glückliches und selbstbestimmtes Kind in den Abgrund quatschen, um ihm die Strohalme, die ihm dann gnädigerweise zum Festklammern gereicht werden, möglichst teuer verkaufen zu können. Aber dann mache ich es trotzdem. Verlasst euch drauf, Bravo Girl und all ihr anderen!