Zwischen Arbeit, Schule und Familienleben passiert digital gerade viel: TikTok‑Trends und Beauty-Filter, Apps, von denen wir noch nie gehört haben, KI‑Tools, die plötzlich ganz selbstverständlich genutzt werden – oft erfahren wir davon nebenbei, zwischen Abendessen und Hausaufgaben. Das kann verunsichern. Viele Eltern und Bezugspersonen haben das Gefühl, sie müssten besser Schritt halten und alles verstehen. Müssen wir nicht.
Digitale Begleitung bedeutet nicht, Expert*in zu sein, sondern ansprechbar zu bleiben: zuzuhören, Fragen zu stellen und Kinder ernst zu nehmen. Auf dieser Seite findest du alltagsnahe Tipps, wie du Kinder im digitalen Alltag unterstützen kannst – mit Haltung, Wärme und dem guten Gefühl: Wir müssen das nicht perfekt können, nur gemeinsam versuchen.
Digitale Selbstbestimmung stärken
Kinder haben das Recht, selbst zu entscheiden, was sie online teilen – und mit wem. Digitale Selbstbestimmung bedeutet, frei entscheiden zu können, ohne Angst, Druck oder Zwang.
Eine einfache Regel, die Kindern Orientierung geben kann: »Teile nichts online, was nicht auch die ganze Klasse wissen dürfte.«
Das Sicherheits-ABC für den digitalen Alltag
Apps gemeinsam prüfen: Worauf greift die App zu? Kamera, Mikrofon, Kontakte? Was davon ist notwendig, was kann eingeschränkt werden?
Altersfreigaben einordnen: Was genau sagen eigentlich USK-Angaben aus und wofür sind sie gut? Solche Gespräche können Grundlage für familieninterne Regelungen sein.
Zugriffe bewusst begrenzen: Standort, Kamera und Mikrofon nur dann aktivieren, wenn sie gebraucht werden.
Konten absichern: Starke Passwörter nutzen und, wenn möglich, eine Zwei‑Faktor‑Anmeldung einrichten.
Bildschirmzeiten gemeinsam reflektieren: Viele Apps sind darauf ausgelegt, zum Klicken, Scrollen, Dranbleiben zu animieren – umso wichtiger ist es, darüber zu sprechen und digitale Pausen einzuplanen.
Zum Weiterlesen & Informieren:
Folgende Links führen dich auf eine andere Website
- Überblick über Jugendschutzprogramme und technische Schutzmöglichkeiten
Vorlage für Vereinbarungen zur Mediennutzung in der Familie.
Informationen und Tipps für Eltern zur sicheren Internetnutzung von Kindern.
Alltagsnahe Tipps und Infos rund um Smartphone-Nutzung und Apps.
Hinweise für sicheres Chatten und den Umgang mit Online-Kontakten.
Hintergrundinfos zur Altersfreigabe von Roblox und was das für Eltern bedeutet.
Sexting – nur okay mit Einverständnis
Sexting – nur okay mit Einverständnis
Beim Sexting werden intime Nachrichten, Fotos oder Videos verschickt.
Wichtig dabei: Es ist nur dann in Ordnung, wenn alle Beteiligten ausdrücklich einverstanden sind.
Dabei ist entscheidend:
- Einverständnis zählt immer.
- Kinder dürfen jederzeit »Nein« sagen oder die Meinung ändern.
- Niemand darf drängen, überreden oder erpressen.
Problematisch wird’s, wenn…
- Druck entsteht.
- Inhalte ohne Zustimmung weitergegeben werden.
- Erpressung oder Bedrohung im Spiel sind.
- Grenzen ignoriert oder verschoben werden.
Rechtliche Einordnung:
Sexting ohne Einverständnis kann strafbar sein. Das gilt auch unter Kindern und Jugendlichen. Je nach Fall greifen zum Beispiel § 201a StGB (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs) oder § 184 StGB (Verbreitung pornografischer Inhalte).
Was Eltern & Bezugspersonen tun können:
Gesprächsbereitschaft zeigen: Was oft hilft, ist glaubhaft zu vermitteln: »Du kannst mir alles erzählen.«
Vertrauen stärken, nicht urteilen: Hör zu und nimm ernst, was dein Kind erlebt hat. Bewertungen oder Schuldzuweisungen können es schwerer machen, sich zu öffnen.
Sicherheit herstellen: Problematische Inhalte dokumentieren (z. B. Screenshots sichern), Kontakte blockieren und Einstellungen anpassen.
Unterstützung holen: Du musst das nicht allein klären. Beratungsstellen, schulische Ansprechpersonen oder spezialisierte Hilfsangebote können unterstützen.
Zum Weiterlesen & Informieren:
Folgende Links führen dich auf eine andere Website
safer-sexting – Infos und Tipps für einen sicheren Umgang mit Sexting
juuuport – Ein Online-Beratungsangebot von Jugendlichen für Jugendliche zu Themen wie Mobbing, Stress oder Cyberkriminalität.
Nummer gegen Kummer – Telefon- und Onlineberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern bei Sorgen oder Konflikten.
FragZebra – Digitale Plattform, die Kindern und Jugendlichen Beratung, Wissen und Orientierung zu sozialen und persönlichen Problemen bietet.
CHATBOTS für Liebe & Freund*innenschaft
CHATBOTS für Liebe & Freund*innenschaft
Charakter-Bots sind KI-Programme, mit denen Kinder und Jugendliche chatten können – z. B. in der Rolle als Freund*in, Partner*in oder fiktive Figur. Angebote wie Character.AI, Talkie oder FlowGPT sind leicht zugänglich und oft ohne wirksame Altersprüfung nutzbar. Die Gespräche können sich persönlich und vertraut anfühlen, obwohl kein echter Mensch dahinter steht.
Warum ist das problematisch?
- KI klingt verständnisvoll, ist aber kein echtes Gegenüber: Sie arbeitet nach Wahrscheinlichkeiten, antwortet so, wie es wahrscheinlich »passt« – und sagt dabei meist das, was man gerade hören will.
- KI setzt kaum Grenzen: Viele Bots widersprechen selten, brauchen keine Pausen und lassen Gespräche endlos weiterlaufen.
- Das kann echte Beziehungen beeinflussen: Wenn eine KI immer Zeit hat, immer nett ist und immer zustimmt, wirkt das wie eine »perfekte Freundschaft«. Aber in echten Freundschaften gibt es auch mal Meinungsverschiedenheiten, Grenzen und Kritik – und genau das ist wertvoll.
- Problematische Inhalte können durchrutschen: Falsche Infos, verletzende Aussagen oder das Verharmlosen von Themen wie Essstörungen sind möglich.
- Grenzen können überschritten werden: Sexualisierte oder übergriffige Inhalte können trotz Filtern auftauchen.
- Chats sind Daten. Und auch wenn Anbieter Datenschutz versprechen: Was einmal getippt wurde, wird verarbeitet und kann potenziell gespeichert oder ausgewertet werden. Von außen ist oft schwer nachzuvollziehen, was damit später passiert.
Was Eltern & Bezugspersonen tun können:
KI gemeinsam ausprobieren: Was fasziniert daran, wofür wird es genutzt?
Kurz erklären, wie generative KI funktioniert: Sie »denkt« nicht, wie wir Menschen das tun. Sie sagt nicht immer die Wahrheit und manchmal erfindet sie sogar Dinge.
Nach dem Bedürfnis fragen: Was steckt dahinter? Wenn das klarer wird, können Eltern gezielt nach Alternativen suchen, die wirklich helfen.
Offline-Bindungen stärken: Freund*innen, Familie, Sport, Hobbys, verlässliche Bezugspersonen. Je stabiler das Offline-Netz, desto besser.
Klare Regel für Privates: Nichts mit KI teilen, was nicht auch die ganze Schulklasse wissen dürfte.
Über Desinformation sprechen: Gemeinsam üben, Quellen zu checken, Aussagen zu vergleichen und das Bauchgefühl (»klingt richtig«) von Fakten zu trennen.
Eine Exit-Strategie vereinbaren: Vorab klären, was das Kind tut, wenn ein Chat unangenehm wird, sich ein komisches Bauchgefühl einschleicht oder Fragen aufkommen. So entsteht Sicherheit, auch wenn Eltern nicht daneben sitzen.
Anlaufstellen für Eltern und Bezugspersonen:
Folgende Links führen dich auf eine andere Website
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Jugendschutz.net prüft Online-Angebote und nimmt Beschwerden entgegen.
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Die Nummer gegen Kummer hat auch eine Elternberatung: www.nummergegenkummer.de/elternberatung oder 0800 1110550.
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klicksafe: Hier findest du wirklich gutes Informationsmaterial zum Thema KI & Mediennutzung.
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Bei strafrechtlich relevanten Inhalten wende dich unbedingt an die örtliche Polizei oder Online-Wache des jeweiligen Bundeslandes.
Digitale Gewalt erkennen
Digitale Gewalt beginnt da, wo Grenzen digital verletzt, ignoriert oder bewusst ausgenutzt werden – zum Beispiel durch fiese Nachrichten, Bloßstellen in Chats, Druck über Bilder oder Ausgrenzung in Gruppen. Auch wenn das alles auf dem Bildschirm passiert: Die Auswirkungen sind real. Viele Kinder und Jugendliche erleben Angst, Stress oder Scham. Und oft tragen sie das Gefühl mit sich herum, selbst etwas falsch gemacht zu haben. Deshalb ist es ganz wichtig, klar zu sagen: Wer digitale Gewalt erlebt, ist niemals selbst daran schuld. Digitale Gewalt ist echte Gewalt. Und sie verdient, ernst genommen zu werden – genauso wie das, was dein Kind fühlt.
Dickpics und ungefragte intime Bilder
Dickpics und ungefragte intime Bilder
Ein Dickpic ist ein Foto von Genitalien, das ungefragt verschickt wird – meist über Messenger oder soziale Netzwerke.
Warum ist das problematisch?
- Das Bild kommt überraschend und ohne Einverständnis.
- Kinder und Jugendliche können sich erschrecken oder schämen.
- Viele trauen sich nicht, darüber zu sprechen – aus Angst, Scham oder Schuldgefühlen.
Wichtig: Das ist Gewalt, keine »Peinlichkeit« und keine Grauzone. Kinder und Jugendliche tragen keine Schuld – auch dann nicht, wenn sie geantwortet haben.
Rechtliche Einordnung:
Ungefragt ein eindeutig sexualisiertes Bild zu verschicken (z. B. Dickpics) kann strafbar sein. Nach § 184 des Strafgesetzbuches geht es dabei um die Verbreitung pornografischer Inhalte – besonders dann, wenn Kinder oder Jugendliche betroffen sind.
Prävention?
- Offen erklären, dass es solche Bilder gibt.
- Deutlich sagen: »Du musst so etwas nicht bekommen.«
- Gemeinsam üben, was im Ernstfall hilft: Chats beenden, blockieren, melden.
- Vermitteln: Grenzen setzen ist erlaubt – und wichtig.
- Prävention heißt auch: Kinder & Jugendliche darüber aufklären, dass sie selbst keine Bilder von anderen einfordern, weiterleiten oder kommentieren dürfen.
Was tun, wenn ein Dickpic auftaucht?
Ruhig bleiben, ernst nehmen & klar sagen: »Du hast nichts falsch gemacht.«
Nichts vorschnell löschen, damit Beweise gesichert werden können.
Beweise sichern (auf dem Handy der betroffenen Person): Screenshots machen, inklusive Nutzername, Datum und Uhrzeit. Tipps rund um rechtssichere Screenshots gibt’s z. B. bei HateAid.
Gemeinsam anschauen, wie man Kontakte blockiert und Inhalte meldet.
Wichtig zu wissen: Die Weitergabe intimer Bilder ohne Zustimmung kann strafbar sein. Auch, wenn sie ungefragt geschickt wurden. Bei Minderjährigen immer besonders ernst nehmen und bei Bedarf weitere Unterstützung dazuholen.
Anlaufstellen für Eltern und Bezugspersonen:
Folgende Links führen dich auf eine andere Website
HateAid – Unterstützt Menschen bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und rechtlichen Fragen rund um Online-Belästigung.
Dickstinction – eine Online-Plattform, die es Betroffenen ermöglicht, Strafanzeigen gegen das unerwünschte Versenden von »Dickpics« unkompliziert zu erstellen.
juuuport – Ein Online-Beratungsangebot von Jugendlichen für Jugendliche zu Themen wie Mobbing, Stress oder Cyberkriminalität.
Polizei – Ansprechpartner*in bei schweren Fällen oder akuter Gefahr
PINKSTINKS – Informationen, Wissen und Einordnung zu Sexismus und digitaler Gewalt
FragZebra – Digitale Plattform, die Kindern und Jugendlichen Beratung, Wissen und Orientierung zu sozialen und persönlichen Problemen bietet.
Safer Sexting – Infos und Tipps für einen sicheren Umgang mit Sexting
Deepnudes – gefälschte Nacktbilder und -videos
Deepnudes – gefälschte Nacktbilder und -videos
Deepnudes sind Bilder oder Videos, die mithilfe von KI erzeugt oder so verändert wurden, dass Kinder oder Jugendliche nackt oder in sexualisierten Situationen dargestellt werden, obwohl es diese Situationen nie gegeben hat. Deepnudes wirken oft täuschend echt – genau das macht sie so gefährlich und verletzend.
Warum ist das problematisch?
- Deepnudes verletzen die Privatsphäre und die Rechte der betroffenen Kinder und Jugendlichen.
- Sie können gezielt als Druckmittel oder zur Erpressung eingesetzt werden.
- Ganz wichtig dabei: Betroffene Kinder und Jugendliche tragen keine Schuld.
Rechtliche Einordnung:
Deepnudes können mehrere Gesetze verletzen:
- Relevant sind unter anderem § 201a StGB (Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs durch Bildaufnahmen)
- sowie § 184 StGB (Verbreitung pornografischer Inhalte).
- Strafbar kann es sein, wenn solche Inhalte ohne Einverständnis erstellt oder weitergegeben werden.
Prävention: Was Eltern & Bezugspersonen vorab tun können
- Privatsphäre deines Kindes respektieren: Frag dein Kind, bevor du Fotos machst oder teilst. Das gilt auch für Familienchats, Messenger‑Gruppen oder Cloud‑Dienste.
- Öffentliches Teilen kritisch hinterfragen: Entscheide bewusst, ob du Bilder von Kindern öffentlich teilst, z. B. auf Social Media. Weniger teilen heißt oft mehr schützen.
- Bewusstsein für digitale Risiken schaffen: Erkläre, dass Bilder im Netz schnell verbreitet werden können und missbräuchlich genutzt werden könnten – schon kleine Fotos können für Deepfakes oder andere Manipulationen verwendet werden.
Was tun, wenn Deepnudes auftauchen?
Beweise sichern (auf dem Handy der betroffenen Person): Screenshots machen, inklusive Nutzername, Datum und Uhrzeit. Tipps rund um rechtssichere Screenshots gibt’s z. B. bei HateAid.
Die Bilder nicht weiterleiten – auch nicht »zur Sicherheit« an Freund*innen oder Familienmitglieder.
Absender*in blockieren, Inhalte melden und ggf. die Plattform informieren
Nicht allein damit bleiben: Auch als Eltern muss das niemand alleine tragen. Hol dir Unterstützung bei einer Vertrauensperson oder einer Beratungsstelle
Wenn Erpressung oder Bedrohung im Spiel sind: Das ist ernst. Hier sollte die Polizei und ggf. eine spezialisierte Beratungsstelle eingeschaltet werden.
Anlaufstellen für Eltern und Bezugspersonen:
Folgende Links führen dich auf eine andere Website
- TakeItDown (NCMEC) – Plattform zur Meldung und Entfernung von missbräuchlichen oder nicht einvernehmlichen Bildern von Minderjährigen im Netz
- juuuport – Ein Online-Beratungsangebot von Jugendlichen für Jugendliche zu Themen wie Mobbing, Stress oder Cyberkriminalität.
- HateAid – Unterstützt Menschen bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und rechtlichen Fragen rund um Online-Belästigung.
- Polizei
Cybergrooming – wenn Erwachsene Vertrauen missbrauchen
Cybergrooming – wenn Erwachsene Vertrauen missbrauchen
Cybergrooming passiert, wenn Erwachsene online gezielt Kinder und Jugendliche ansprechen, Vertrauen aufbauen und sexuelle Kontakte vorbereiten – über Chats, Social Media oder Games. Das passiert oft Schritt für Schritt und ist auf den ersten Blick nicht immer sofort erkennbar.
Was steckt dahinter?
- Beim Cybergrooming manipulieren Erwachsene gezielt, bauen emotionalen Druck auf und drängen Kinder und Jugendliche zur Geheimhaltung.
- Oft merken die betroffenen Kinder nicht oder erst spät, dass etwas nicht stimmt, weil sich Kontakt und Grenzverschiebungen schrittweise entwickeln.
- Wichtig ist: Kinder und Jugendliche tragen keine Schuld.
Warum ist das problematisch?
- Deepnudes verletzen die Privatsphäre und die Rechte der betroffenen Kinder und Jugendlichen.
- Sie können gezielt als Druckmittel oder zur Erpressung eingesetzt werden.
- Ganz wichtig dabei: Betroffene Kinder und Jugendliche tragen keine Schuld.
Rechtliche Einordnung:
Mehrere Gesetze können hier relevant sein:
- § 176, 176a StGB – sexueller Missbrauch von Kindern
- § 176b StGB – schwerer sexueller Missbrauch
Prävention: Was Eltern & Bezugspersonen vorab tun können
Vermitteln: Online weiß man oft nicht sicher, wer wirklich hinter einem Profil steckt – auch dann nicht, wenn sich jemand freundlich, vertraut oder gleichaltrig gibt.
Warnzeichen erklären und gemeinsam besprechen, z. B. wenn jemand Geheimnisse einfordert, Druck macht oder sehr schnell sehr persönlich wird.
Profil‑ und Sicherheitseinstellungen zusammen überprüfen, z. B. keinen Klarnamen im Profil und unterschiedliche Nutzer*innennamen auf verschiedenen Plattformen.
- Das eigene Bacuhgefühl ernst nehmen – deins genauso wie das deines Kindes.
- Öffentliche Standortfreigaben ausschalten, zum Beispiel bei Instagram oder die Snapmap bei Snapchat deaktivieren.
Was, wenn Cybergrooming passiert?
Beweise sichern (auf dem Handy der betroffenen Person): Screenshots machen, inklusive Nutzername, Datum und Uhrzeit. Tipps rund um rechtssichere Screenshots gibt’s z. B. bei HateAid.
Den Kontakt abbrechen und die Person blockieren.
Nicht allein damit bleiben und mit einer Vertrauensperson sprechen.
Die Plattform informieren und ggf. die Polizei einschalten.
Kind stärken: »Du bist nicht schuld.«
Anlaufstellen für Eltern und Bezugspersonen:
Folgende Links führen dich auf eine andere Website
- HateAid – Unterstützt Menschen bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und rechtlichen Fragen rund um Online-Belästigung.
- jugendschutz.net – Prüft Internetangebote auf Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet oder gefährlich sind, und sorgt dafür, dass diese gemeldet und entfernt werden.
- juuuport – Ein Online-Beratungsangebot von Jugendlichen für Jugendliche zu Themen wie Mobbing, Stress oder Cyberkriminalität.
- Nummer gegen Kummer – Telefon- und Onlineberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern bei Sorgen oder Konflikten.
- Polizei – Ansprechpartner*innen bei schweren Fällen oder akuter Gefahr
Cybermobbing & Hate Speech
Cybermobbing & Hate Speech
Von Cybermobbing sprechen wir, wenn Kinder oder Jugendliche online gezielt und wiederholt angegriffen werden – zum Beispiel durch fiese Kommentare unter Fotos, abwertende Nachrichten in Klassengruppen, durch bewusstes Ausschließen aus Chatgruppen oder das ungewollte Weiterverbreiten von Bildern. Hate Speech meint sexistische, rassistische oder andere diskriminierende Kommentare. Das passiert in Chatgruppen, in privaten Nachrichten oder ganz öffentlich – und viele Betroffene bleiben damit lange allein.
Was steckt dahinter?
- Beim Cybergrooming manipulieren Erwachsene gezielt, bauen emotionalen Druck auf und drängen Kinder und Jugendliche zur Geheimhaltung.
- Oft merken die betroffenen Kinder nicht oder erst spät, dass etwas nicht stimmt, weil sich Kontakt und Grenzverschiebungen schrittweise entwickeln.
- Wichtig ist: Kinder und Jugendliche tragen keine Schuld.
Warum ist das problematisch?
- Deepnudes verletzen die Privatsphäre und die Rechte der betroffenen Kinder und Jugendlichen.
- Sie können gezielt als Druckmittel oder zur Erpressung eingesetzt werden.
- Ganz wichtig dabei: Betroffene Kinder und Jugendliche tragen keine Schuld.
Rechtliche Einordnung:
Wichtig zu wissen: Das Internet ist kein rechtsfreier Raum. Auch online gilt das Gesetz. Beleidigungen, Bedrohungen oder Volksverhetzung können strafbar sein. Das ist unter anderem in § 185 StGB, § 186 StGB und § 130 StGB geregelt.
Prävention: Was Eltern & Bezugspersonen vorab tun können
- Offen über Online‑Erfahrungen sprechen und echtes Interesse zeigen. Erlebnisse nicht kleinreden oder relativieren (z.B. mit »Ist doch nur online«) – für Kinder und Jugendliche ist das sehr real. Klar machen: »Du bist nicht allein, ich stehe an deiner Seite.«
- Gemeinsam überlegen, was hilft: z. B. Personen blockieren, Personen und Inhalte melden (online und z.B. das Gespräch mit Lehrkräften suchen), Online-Pausen einlegen.
- Erklären, dass Schweigen, Mitlachen oder Weiterleiten Gewalt verstärken kann – auch wenn man selbst nicht angreift.
- Freund*innenschaften stärken: darüber sprechen, wie wichtig Verbündete sind, genauso wie füreinander einzustehen und Hilfe zu holen, wenn andere angegriffen werden.
- Wichtig: Kein Handyverbot androhen. Das verhindert oft, dass Kinder sich anvertrauen oder Hilfe suchen.
Was, wenn Cybermobbing passiert?
Beweise sichern (auf dem Handy der betroffenen Person): Screenshots machen, inklusive Nutzername, Datum und Uhrzeit. Tipps rund um rechtssichere Screenshots gibt’s z. B. bei HateAid.
Mobbende Kontakte blockieren
Die Plattform informieren und bei schweren Fällen auch die Polizei einschalten
Beratungsstellen (siehe untenstehende Liste) einbeziehen und sich Unterstützung holen.
Gegebenenfalls das Gespräch mit der Schule oder einzelnen Lehrkräften suchen.
Das Kind stärken: »Du bist nicht schuld.«
Anlaufstellen für Eltern und Bezugspersonen:
Folgende Links führen dich auf eine andere Website
- HateAid – Unterstützt Menschen bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und rechtlichen Fragen rund um Online-Belästigung.
- jugendschutz.net – Prüft Internetangebote auf Inhalte, die für Kinder und Jugendliche ungeeignet oder gefährlich sind, und sorgt dafür, dass diese gemeldet und entfernt werden.
- juuuport – Ein Online-Beratungsangebot von Jugendlichen für Jugendliche zu Themen wie Mobbing, Stress oder Cyberkriminalität.
- Nummer gegen Kummer – Telefon- und Onlineberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern bei Sorgen oder Konflikten.
- FragZebra – Digitale Plattform, die Kindern und Jugendlichen Beratung, Wissen und Orientierung zu sozialen und persönlichen Problemen bietet.
- klicksafe – Bietet Informationen und Materialien zu Themen wie Internetsicherheit und Cybermobbing sowie praktische Tipps für den Umgang damit.
- SCHAU HIN! – Bietet Informationen und praktische Tipps für den Umgang mit digitalen Medien und Cybermobbing.
- Cybermobbing Hilfe – Bietet Informationen und Unterstützung für Betroffene von Cybermobbing sowie praktische Hilfestellungen.
Stalking, Kontrolle & Tracking
Stalking, Kontrolle & Tracking
Stalking, Kontrolle und Tracking bedeuten, dass jemand online ständig überwacht, kontrolliert oder verfolgt wird. Das kann auf verschiedene Weise passieren, zum Beispiel durch häufiges Schreiben, Kontrollanrufe, Standortabfragen, das Mitlesen von Accounts oder technische Überwachung wie Ortungsfunktionen. Oft wird diese Kontrolle als »Sorge«, »Eifersucht« oder »Interesse« getarnt – was es schwierig macht, sie als das zu erkennen, was sie ist: eine Form der Gewalt.
Was steckt dahinter?
- Ständige Kontrolle schränkt Kinder und Jugendliche in ihrer Freiheit und Selbstbestimmung ein.
- Meist geht es den Täter*innen dabei nicht um Liebe oder echtes Interesse, sondern um Kontrolle und Macht – also darum, das Verhalten, die Kontakte oder Entscheidungen anderer Menschen zu bestimmen.
- Kinder und Jugendliche fühlen sich unter Druck oder ständig beobachtet, statt frei und selbstbestimmt unterwegs zu sein.
- Besonders häufig betroffen sind Mädchen, junge Frauen und queere Jugendliche.
Rechtliche Einordnung:
Rechtlich relevant ist § 238 StGB, in dem es um Nachstellung (Stalking) geht.
Strafbar kann sein:
- wiederholtes Belästigen, Überwachen oder Verfolgen
- ständiges Kontrollieren oder Einschüchtern
- Auch digitale Überwachung kann strafbar sein
Prävention: Was Eltern & Bezugspersonen vorab tun können
- Offen über Kontrolle, Eifersucht und gesunde Grenzen sprechen. Das kann helfen, Situationen früh einzuordnen – bevor sie sich unangenehm oder bedrohlich anfühlen.
- Klar machen: Liebe, Freund*innenschaft oder Interesse rechtfertigen keine Kontrolle. Niemand hat das Recht, ständig mitzulesen, nachzufragen oder den Aufenthaltsort zu überwachen.
- Gemeinsam einen Blick in die Einstellungen werfen, auch ohne Anlass und vor allem ohne Vorwurf.
- Standortfreigaben ausschalten oder bewusst für Apps einschränken.
- Funktionen wie Snapmap, Live‑Standorte oder Tracking‑Apps gemeinsam prüfen und erklären, wofür sie nützlich sind – und wann sie problematisch werden können.
- Vermitteln: Passwörter müssen nicht geteilt werden, auch nicht in Beziehungen oder engen Freund*innenschaften.
- Kinder stärken und immer wieder deutlich machen: »Du darfst offline und online deine Ruhe haben, Nein sagen und Grenzen setzen«.
Was, wenn Cybermobbing passiert?
Zuallererst ist wichtig: die Situation und das Kind ernst nehmen – auch wenn es »nicht dramatisch aussieht«.
Dem Kind vermitteln: »Du bist nicht schuld, ich bin bei dir und nehme dich ernst.«
Beweise sichern (auf dem Handy der betroffenen Person): Screenshots machen, inklusive Nutzername, Datum und Uhrzeit. Tipps rund um rechtssichere Screenshots gibt’s z. B. bei HateAid.
Was schnell helfen kann: Zugangsdaten ändern (z. B. Passwörter von E-Mail und Social Media Accounts)
Standortfreigaben deaktivieren und ggf. Privatsphäre-Einstellungen anpassen
Täter*in blockieren, wenn möglich
Unterstützung dazuholen: Nicht nur dein Kind, auch du als Elternperson musst das nicht allein stemmen. Eine Vertrauensperson oder eine Beratungsstelle können entlasten, mitdenken und euch stärken.
Bei (anhaltender) Bedrohung: Polizei und/oder Beratungsstellen kontaktieren
Das Kind stärken und immer wieder klar machen: »Du darfst Nein sagen. Du darfst dich schützen. Deine Grenzen zählen – online wie offline.«
Anlaufstellen für Eltern und Bezugspersonen:
Folgende Links führen dich auf eine andere Website
- HateAid – Unterstützt Menschen bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und rechtlichen Fragen rund um Online-Belästigung.
- Nummer gegen Kummer – Telefon- und Onlineberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern bei Sorgen oder Konflikten.
- FragZebra – Digitale Plattform, die Kindern und Jugendlichen Beratung, Wissen und Orientierung zu sozialen und persönlichen Problemen bietet.
- Haecksen – Anleitungen und Hilfestellungen zum Schutz vor digitaler Gewalt und Stalking
- klicksafe – Bietet Informationen und Materialien zu Themen wie Internetsicherheit und Cybermobbing sowie praktische Tipps für den Umgang damit.
- SCHAU HIN! – Bietet Informationen und praktische Tipps für den Umgang mit digitalen Medien und Cybermobbing.
- Polizei –Ansprechpartner*in bei schweren Fällen oder akuter Gefahr
Grenzen setzen ist immer sinnvoll. Wie das passiert, hängt von der Situation ab. Wenn es sich zum Beispiel um eine Person handelt, die das Kind als Freund*in sieht und weiterhin Kontakt möchte, kann ein vorbereitetes Gespräch helfen. Es kann Sicherheit geben, wenn Eltern oder eine andere vertraute erwachsene Person dabei sind oder unterstützen. Wichtig ist dabei eine klare Botschaft wie: »Ich möchte nicht kontrolliert werden«, »Du überschreitest meine Grenze«, »Hör auf«. Wenn das Verhalten dagegen stark kontrollierend, bedrohlich oder beängstigend ist, steht Schutz an erster Stelle. In solchen Fällen kann es sinnvoll sein, die Person direkt blockieren und Hilfe holen, zum Beispiel bei Beratungsstellen oder der Polizei.
Mein Kind verletzt andere online - und nun?
Zum Weiterlesen
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Hilfe holen & Anlaufstellen kennen
Nicht jedes Kind und nicht jede*r Jugendliche spricht mit Eltern über all diese Themen. Das ist okay. Was du tun kannst:
- Externe Hilfsangebote früh sichtbar machen, z. B. Infomaterial offen herumliegen lassen, Links teilen oder wichtige Nummern an einer Pinnwand notieren.
- Deinem Kind vermitteln: Wenn du darüber nicht mit mir sprechen möchtest, ist das okay. Du kannst dir auch Unterstützung bei anderen Menschen holen – z. B. bei Beratungsstellen, Vertrauenspersonen oder anonymen Angeboten.
- Unterstützung als Stärke vermitteln: Hilfe anzunehmen heißt nicht, schwach zu sein, sondern gut für sich zu sorgen.
Anlaufstellen auf einen Blick
Ratgeberplattform für Eltern zur Medienerziehung und Nutzung digitaler Medien durch Kinder und Jugendliche.
Digitale Plattform, die Kindern und Jugendlichen Beratung, Wissen und Orientierung zu sozialen und persönlichen Problemen bietet.
Orientierungshilfe für Eltern und Bezugspersonen zur Auswahl von altersgerechten Fernseh- und Streaminginhalten.
Bundesweites Informationsportal zu Medienerziehung, Förderung von Medienkompetenz und Schutz von Kindern und Jugendlichen online.
Unterstützt Menschen bei digitaler Gewalt, Hass im Netz und rechtlichen Fragen rund um Online-Belästigung.
Ein Online-Beratungsangebot von Jugendlichen für Jugendliche zu Problemen im Netz.
Informationsportal zur sicheren und kompetenten Nutzung von digitalen Medien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Informationsportal der FSM zu technischen Schutzlösungen und sicheren Medieninhalten für Kinder.
Initiative des Bundesministeriums zur Sensibilisierung für Kindeswohlgefährdung und zur Unterstützung bei Verdachtsfällen.
Telefon- und Onlineberatung für Kinder, Jugendliche und Eltern/Bezugspersonen bei Sorgen oder Konflikten.
Wir engagieren uns gegen Geschlechterklischees und bieten Anlaufstellen für Aufklärung und Kampagnen.
Das Hilfetelefon »Sexueller Missbrauch« bietet Beratung für Betroffene, Angehörige und Fachkräfte.