Pinkstinks Germany https://pinkstinks.de Mädchen sein kann man auf viele Weisen. Junge auch. Tue, 22 Jan 2019 11:48:04 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.9.9 https://pinkstinks.de/wp-content/uploads/2015/07/cropped-Favicon-PinkStinks-32x32.png Pinkstinks Germany https://pinkstinks.de 32 32 Macht uns Gillette alles kaputt? https://pinkstinks.de/macht-uns-gillette-alles-kaputt/ https://pinkstinks.de/macht-uns-gillette-alles-kaputt/#comments Wed, 16 Jan 2019 11:49:05 +0000 https://pinkstinks.de/?p=1000003914

Ich hätte heulen können, als ich heute Morgen auf YouTube die Klickzahlen für den aktuellen Gillette-Spot checkte. Fast 10 Millionen Aufrufe in drei Tagen, davon nur eine Viertel Million Likes, über eine halbe Million Dislikes. Der Spot, der in aktueller „Haltungsfilm“-Manier toxische Männlichkeitskonzepte kritisiert und viele moderne Männer und Frauen begeistert, erntet den Shitstorm der […]

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Ich hätte heulen können, als ich heute Morgen auf YouTube die Klickzahlen für den aktuellen Gillette-Spot checkte. Fast 10 Millionen Aufrufe in drei Tagen, davon nur eine Viertel Million Likes, über eine halbe Million Dislikes. Der Spot, der in aktueller „Haltungsfilm“-Manier toxische Männlichkeitskonzepte kritisiert und viele moderne Männer und Frauen begeistert, erntet den Shitstorm der Werbegeschichte. Gestern erschien alleine in der deutschsprachigen Presse stündlich ein Kommentar dazu, weltweit wird wild diskutiert: Hilft oder schadet der Spot nun dem Feminismus? Und geht Gillette-Hersteller Procter&Gamble (P&G) jetzt bankrott?

Die renommierte Werbefachzeitschrift „Werben und Verkaufen“ schreibt heute Morgen, dass P&G die Kritik vorausgesehen hatte und zitiert den Nordamerika-Markenverantwortlichen Pankaj Bhalla: „Wir haben die Debatte erwartet. Eigentlich ist eine Diskussion nötig. Wenn wir nicht darüber reden, glaube ich nicht, dass sich etwas ändern wird“. Wenn der Spot aber wirklich gegen Sexismus sensibilisieren will, sei das Vorgehen ungünstig, schreibt das Forbes-Magazin. Eine Psychologin erklärt hier, dass man mit einem moralischen Appell Leute selten von einer Meinung abhält. Gillette hätte sich lieber auf die Darstellung eines modernen Männerbildes als Vorbild beschränken sollen um Wandel anzustoßen.

Den Forbes-Artikel fand ich verlinkt in den News-Feeds vieler Portale, die ich frequentiere und war erstaunt, wie diese psychologische Analyse kritiklos übernommen wurde. Dass der Appell „Klau nicht – zu viele Menschen klauen“ nicht funktioniert, kann man sich vorstellen. Klauen ist etwas, das moralisch verwerflich ist und „Tu das nicht! Das ist böse!“ kann leicht Trotzreaktionen bewirken. Bei toxischer Männlichkeit geht es aber um eine Haltung, die nicht nur anderen schadet (z.B. Frauen) sondern besonders Männern selbst. Das deutlich zu machen, darauf zielt der Spot ab. Es sind die geliebten Söhne, die prügeln lernen und selbst Prügel einstecken müssen, weil man noch immer meint, dass „Jungs nun mal Jungs sind“. Deshalb sollten wir traditionelle Männlichkeitskonzepte hinterfragen. Weil es Männer sind, die sich „Schwächling!“ anhören müssen, wenn sie nicht durchtrainiert und erfolgreich sind. Weil Männer einen schlechten Ruf bekommen haben – als gewalttätig und übergriffig, obwohl nicht alle Männer so sind. All das ist ungesund und Männer „verdienen“ mehr – eben das „Beste im Mann“. Wenn man dem Hashtag #MenAreTrash des letzten Sommers noch vorwerfen konnte, diese Argumentationslinie (auf werberisch „Storytelling“) auf 12 Zeichen nicht ausreichend transportiert haben zu können, hat Gillette hier einen guten Job gemacht.

Es gibt Unterschiede zwischen individueller Schuld und der Kritikwürdigkeit eines Konzeptes, in das man hinein sozialisiert wurde.

Aber große Teile unserer Gesellschaft sind noch nicht bereit, diese Verdichtung des komplexen Problems auf zwei Minuten Videozeit aufnehmen zu können. Das liegt an toxischer Männlichkeit an sich: Unverwundbar zu sein heißt eben auch, nie gelernt zu haben, dass Individuen keine abgeschlossenen Entitäten sind. Es gibt Unterschiede zwischen individueller Schuld und der Kritikwürdigkeit eines Konzeptes, in das man hinein sozialisiert wurde. Ich selbst begegne diesem Phänomen oft, wenn ich zu #MeToo doziere. Ein Tontechniker in einem großen Medienhaus sagte mir neulich wütend, warum er denn nachts die Straßenseite wechseln solle, wenn in einer dunklen Gasse eine Frau genau vor ihm ginge. Er sei doch kein Vergewaltiger! Und privilegiert schon gar nicht! Und richtig – im Gegensatz zu seinen gutverdienenden Vorgesetzten hat er das Nachsehen. Dass er zu einer Gruppe gehört, die statistisch gesehen sehr viel seltener sexualisierte Gewalt erlebt und leider die meisten Täter dieser Form von Gewalt stellt, darf ihn auch wütend machen. Trotzdem privilegiert diese Zugehörigkeit in der Form, dass er eben keine Angst haben muss, vor einer Frau eine dunkle Gasse entlang zu gehen. Als ich dies ausführte, entspannte sich der Mann. Er war nicht schuld. Er konnte aber etwas tun, um zu helfen und als Vorbild für die Gruppe zu dienen, der er sich zugehörig fühlte.

In der #MeToo-Debatte und der Auseinandersetzung um Privilegien und Männlichkeit ist es unfassbar wichtig, vorsichtig vorzugehen, um Männer nicht zu verprellen, sondern mitzunehmen. Die einzig ungünstige Szene sehe ich beim Gillette-Spot in einer Reihe grillender, durchweg muskulöser Männer, die als Chor „Boys will be boys“ predigen. Sie stehen als Vollpfosten neben den eher wenig gestählten Männern, die Jungs retten und sorgende Väter sind. „Was ist an Grillen verwerflich?“ fragte ein Twitter-User, der sich angegriffen fühlte. Dass grillende Männer als steinzeitliche „Herren des Feuers“ das Männlichkeitsklischee per se darstellen, dass viele Männer zu viel Fleisch essen und meinen, nicht kochen zu können (nur grillen), dass das für Männer ungesund und für viele Frauen ungünstig ist, dass Grillen mit Grobschlächtigen und Kochen mit Feinfühligkeit – auch für sich selbst – gleichgesetzt wird und dass das alles letztendlich für den Mann bedeutet, sich weniger um sich selbst zu kümmern und fünf Jahre früher als Frauen zu sterben: Für all das braucht es tatsächlich eine akademisierte Haltung zu toxischen Männlichkeitstheorien und kann nicht in zwei Minuten transportiert werden. Ob der Film genau darüber eine Debatte lostreten kann? Oder wurde die Möglichkeit dazu durch den Film verhindert?

Gillette wird den Film nicht zurückziehen und am Thema dranbleiben, mit einer Million Spendengelder an Organisationen, die sich neuen Männlichkeitsbildern verpflichten und in Deutschland mit einer Webseite, die ihre Vorschläge zu neuen Männerbildern verstetigt. Es wird P&G nicht ruinieren, im Gegenteil. Lasst uns die Wut im Netz aushalten als das, was sie ist: Ein Erinnern, dass auch Frauen traditionelle Weiblichkeitskonzepte nicht über Nacht über Bord geworfen haben, sondern noch lange verteidigen mussten und viele es noch immer tun. Dass diese „Männerrechtler“, die sich jetzt versammeln, um Gillette zu disliken, in ihrer verzweifelten Verteidigung ihrer erlernten Identität für uns männliche Gewalt darstellen, ist ein Problem. Es macht aber sichtbar, wo wir stehen: An einem Punkt, an dem wir dringend informieren müssen. Mit Geduld, Atmung und Unterstützung der Medien.

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2019 gegen Sexismus! https://pinkstinks.de/2019-gegen-sexismus/ https://pinkstinks.de/2019-gegen-sexismus/#comments Sun, 06 Jan 2019 18:00:01 +0000 https://pinkstinks.de/?p=1000003776

Liebe Menschen, vielen lieben Dank für die vielen Zuschriften über die Jahreswende! Wir fühlen uns gelobpudelt und gewärmt! Viele von euch fragten, wie sie uns 2019 unterstützen könnten. Besonders junge Eltern, insbesondere Väter, haben gefragt, was sie gegen Sexismus tun könnten – denn erst wenn die Kleinen da sind und man den sexistischen Müll in […]

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Liebe Menschen,

vielen lieben Dank für die vielen Zuschriften über die Jahreswende! Wir fühlen uns gelobpudelt und gewärmt! Viele von euch fragten, wie sie uns 2019 unterstützen könnten. Besonders junge Eltern, insbesondere Väter, haben gefragt, was sie gegen Sexismus tun könnten – denn erst wenn die Kleinen da sind und man den sexistischen Müll in Kleidungs- und Spielwarenläden erlebt, fühlt eine*r sich besonders machtlos gegen die Rosa-Hellblau-Falle.

Deshalb lasst Pinkstinks größer werden! Schon jetzt nutzen über 100.000 User in unseren sozialen Netzwerken unsere Plattformen, um gemeinsam gegen Sexismus laut zu werden. Wie die Soziologin Prof. Dr. Petra Lucht neulich im Interview sagte: Niemand möchte sein Kind ausgegrenzt wissen und alleine gegen die Vorgaben der Wirtschaft angehen. Also müssen wir gemeinsam sensibilisieren und kommunizieren, dass wir mehr Vielfalt brauchen – für uns und unsere Kinder.

Deshalb: Bestellt Sticker und Flyer! Das geht bei uns kostenlos im Shop, gerne gegen eine Spende. Abonniert unseren Newsletter und leitet ihn an eure Freunde weiter! So bilden wir ein weites Netzwerk, dem schon jetzt 20.000 Menschen angehören! Und drittens: Schickt uns eure Fragen! Im Frühjahr starten wir die „Schule gegen Sexismus“, eine Plattform, auf der sich Lehrende informieren können, was sie gegen Sexismus an den Schulen tun können und auf der wir Kurzvideos bereitstellen, die Antworten auf häufige Fragen geben wie

  • Schauen Mädchen als Säugling nicht eher auf Gesichter und Jungs auf Mobiles?
  • Sind Männer nicht größer, um Frauen zu beschützen?
  • Gibt es Sexismus gegen Männer?
  • Mein Sohn ist als Baby auf Bagger zugekrabbelt. Ist das nicht ein Beweis, dass Spielverhalten genetisch bedingt ist?

Schickt uns die Fragen, die ihr dort thematisiert sehen möchtet! Hier in den Kommentaren oder auf Facebook! Damit helft ihr uns sehr, damit wir ein großes Nachschlagewerk für Fragen zu Gender und Sexismus erstellen können.

Auf ein neues, spannendes und bewegendes Jahr mit euch – mit Pinkem Pudel, tollen Kampagnen gegen Sexismus in der Werbung, der Schule gegen Sexismus und als erstes, einer Broschüre zu Vielfalt in Kitas, die wir gerade fertigstellen. Ein frohes, gerechteres neues Jahr!

Eure Stevie und Team

Deine Spende für die Schule gegen Sexismus!

 

 

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Werbung zu Weihnachten https://pinkstinks.de/weihnachtswerbung/ https://pinkstinks.de/weihnachtswerbung/#comments Wed, 12 Dec 2018 00:58:41 +0000 https://pinkstinks.de/?p=1000003713

Alle Jahre wieder… bringen die großen Discounter in der Vorweihnachtszeit aufwendig produzierte Werbeclips heraus. Und alle Jahre wieder lohnt es sich genau hinzuschauen, was da mit welchen Mitteln erzählt wird. Denn die Werbung der Discounter ist in vielfacher Weise ein Gradmesser für die Durchdringung von gesellschaftlichem Wandel. Man bemüht sich mit der Zeit zu gehen […]

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Alle Jahre wieder…
bringen die großen Discounter in der Vorweihnachtszeit aufwendig produzierte Werbeclips heraus. Und alle Jahre wieder lohnt es sich genau hinzuschauen, was da mit welchen Mitteln erzählt wird. Denn die Werbung der Discounter ist in vielfacher Weise ein Gradmesser für die Durchdringung von gesellschaftlichem Wandel. Man bemüht sich mit der Zeit zu gehen und riskiert sogar das ein oder andere Mal etwas. Andererseits mag man sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, um die Durchschnittskundschaft nicht zu verschrecken. Discounter richten sich genau an die Person, die Olli Dittrich so treffend in dem Film König von Deutschland porträtiert. Deshalb erleben wir mit den Discountern ein ständiges auf und ab. Denn sie treten ebenso als klassische Pinkifizierungsvertreter auf

wie als Verfechter eines moderneren Rollenverständnisses.

Und ab und an weisen sie sogar über den Status Quo hinaus.

Wie die Discounter sich für ihre Kundschaft Weihnachten ausmalen sagt also eine Menge darüber aus, wo wir stehen und wie weit wir noch gehen müssen.  Wird es besinnlich, kommerziell, kritisch, lustig, klischeehaft oder progressiv? Nichts davon? Alles zusammen? Schauen wir uns das Ganze doch mal an:

Penny hat sich dieses Jahr für das Motto Weihnachten braucht nicht viel. Nur Liebe. entschieden und einen berührenden Animationsfilm produzieren lassen, in dem eine Mutter mit den Auswirkungen der Tatsache zu kämpfen hat, dass Armut in diesem Land vor allem weiblich und alleinerziehend ist.

Das ist bemerkenswert umgesetzt und für Discounterverhältnisse geradezu konsumkritisch. Denn es sind eben genau die 5 Euro zum Schlittschuhfahren, die zu oft fehlen. Partizipation kostet Geld. Andererseits sollte man sich bei aller Rührung auch Gedanken darüber machen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass die alleinerziehende Mutter in dem Clip Verkäuferin bei Penny ist. Oder wie viel Essen man an der Kasse mit Liebe bezahlen kann.

Lidl legt in Sachen Weihnachtskritik sogar noch eine Schneeschaufel drauf.

Es ist als wäre man in eine Version von Gudrun Pausewangs Die Kinder in der Erde geraten. In ihrer Umweltdystopie verlassen die Kinder ihre Eltern und schlafen in der Erde, bis die Erwachsenen aufhören den Planeten zu zerstören. Im Clip von Lidl fliehen die Kinder vor dem, was eben auch oft Weihnachtsrealität ist, in eine Art erwachsenenfreie Weihnachtswunderwelt. Lidl geht sogar noch weiter und verbindet das mit einem klaren Appell: Wir Erwachsenen sollen das Fest nicht vermasseln. Starke Ansage. Die allerdings durch das Lidl lohnt sich Gepfeife am Ende auch stark verliert.

Wie jedes Jahr gibt es natürlich auch Clips, die eher an uns vorbeigehen: Kaufland erklärt sich „zum offiziellen Ausstatter des Weihnachtsmannes„, Aldi lässt jemanden von der Aufzählung einer enormen Menge verschiedener Weihnachtsessen überrollen und Edeka lässt die Kundschaft in einem Markt zwischen weihnachtlich und normal hin und her schalten. Das plätschert alles so ein bisschen vor sich hin, ist aber im Detail dann doch ganz interessant. Zum Beispiel dass es zwei Männer sind, die sich so kenntnisreich übers Essen unterhalten (beziehungsweise einer monologisiert), oder dass Kundschaft in Werbeclips nicht immer gleichbedeutend mit weiß und unter 30 sein muss. Kleine Schritte, aber es geht voran.

Was uns aber ganz besonders gut gefallen hat, ist der Weihnachtsspot von Rewe. Von den knapp 15 Millionen Aufrufen des Penny Rührstücks ist er weit entfernt und auch sonst kommt er eher unscheinbar daher. Ohne Spezialeffekte mit gerade einmal 40 Sekunden. Die haben es dafür aber in sich.

Denn er erzählt auf sehr unkomplizierte Weise etwas über Inklusion, Freundschaft, Interesse, Kindheit und Weihnachten. Und zwar ohne sich dabei des berüchtigten Inspiration Porn zu bedienen. Also ohne die gehörlose Person auf ihre Gehörlosigkeit zu reduzieren. Stattdessen zeigt er ein Mädchen, das die Initiative ergreift und Gebärdensprache lernt, um zu kommunizieren. Deshalb findet sich auch – ganz untypisch für YouTube – kaum Hass und Nörgelei unter dem Clip, sondern der Dank vieler Gehörloser dafür, dass und wie hier mit dem Thema umgegangen wird. Wir finden, das könnte ein Kandidat für den Pinken Pudel 2019 sein.

Fazit: Da bewegt sich was. Sicher, es ist nicht alles Gold, was weihnachtlich glänzt. Und die Prospekte der jeweiligen Discounter gucken wir uns nächstes Jahr trotzdem wieder sehr genau an. Aber von sexistischen und rassistischen Motiven auf Müllermilchflaschen zur Vorweihnachtszeit 2015 scheinen wir mittlerweile ein ganzes Stück entfernt.

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Zeig uns geschlechtergerechte Werbung! https://pinkstinks.de/zeig-uns-progressive-werbung/ https://pinkstinks.de/zeig-uns-progressive-werbung/#respond Mon, 03 Dec 2018 05:00:55 +0000 https://pinkstinks.de/?p=1000003550

Es geht wieder los! Der Pinke Pudel geht in die zweite Runde. Wir zeichnen mit unserem Positivpreis auch 2019 wieder Kreative aus, die in Werbekampagnen mit Geschlechtsrollenstereotypen brechen und gesellschaftliche Vielfalt feiern. Wenn du so ein Positivbeispiel gesehen hast – egal ob Werbeanzeige, Plakat, Onlinewerbung oder TV-Spot – dann zeig es uns! Jede eingereichte Kampagne […]

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Es geht wieder los! Der Pinke Pudel geht in die zweite Runde. Wir zeichnen mit unserem Positivpreis auch 2019 wieder Kreative aus, die in Werbekampagnen mit Geschlechtsrollenstereotypen brechen und gesellschaftliche Vielfalt feiern.

Wenn du so ein Positivbeispiel gesehen hast – egal ob Werbeanzeige, Plakat, Onlinewerbung oder TV-Spot – dann zeig es uns! Jede eingereichte Kampagne hat die Chance auf den Pudel. Und das Beste: Unter allen Einsendungen verlosen wir Karten für die Preisverleihung Anfang April 2019 in Hamburg.

Jetzt progressive Werbung einreichen!

Der Pinke Pudel soll – ergänzend zu unserer Sensibilisierungsarbeit – Unternehmen und Agenturen davon überzeugen, dass fortschrittliche Werbung funktioniert und erfolgreich sein kann. Damit wir am Ende mehr hiervon sehen:

Gewinnerspot des Pinken Pudels 2018 (Hornbach)

Und weniger hiervon:

Die Jury besteht diesmal aus dem Gewinner des diesjährigen Deutschen Werbefilmpreises, Nils Schwemer von Iconoclast (Berlin), der prämierten Hamburger Kreativdirektorin Nina Puri, dem Geschäftsführer der GWA Ralf Nöcker (Frankfurt), Head of Storytelling Sabine Cole (Loved / Thjnk, Hamburg) und natürlich Pinkstinks-Chefin Stevie Schmiedel (Hamburg).

Diesmal findet der Pudel mit Unterstützung der Hamburger Behörde für Kultur und Medien statt. Wir freuen uns sehr, dass auch der Medienstadt Hamburg daran gelegen ist, diesen Preis weiter zu etablieren und zu halten. Denn für uns ist der Pudel viel mehr als nur eine Auszeichnung. Er öffnet Türen, verschafft Kontakte, bringt Menschen zusammen, die sich sonst viel zu selten zusammensetzen: Werbe- und Medienschaffende, Politik und Aktivist*innen. Das schafft tolle neue Möglichkeiten für unsere Arbeit. Mehrere große Unternehmen und Werbeagenturen sind nach der letzten Verleihung aktiv auf uns zu gekommen, um sich in Sachen Sexismus beraten zu lassen. Mit einigen arbeiten wir aktuell sogar an gemeinsamen Kampagnen.

Deshalb: Wann immer euch in den nächsten Wochen tolle Werbung über den Weg läuft: Einreichen! Tausend Dank!

Und so war der Pinke Pudel im letzten Jahr:

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Es weihnachtet https://pinkstinks.de/es-weihnachtet/ https://pinkstinks.de/es-weihnachtet/#comments Wed, 28 Nov 2018 06:00:33 +0000 https://pinkstinks.de/?p=1000003521

  Als unser Lieblingsfotograf Markus Abele den Entwurf für diese Weihnachtskampagne präsentierte, musste ich vor Aufregung mit den Füßen trommeln und kam aus dem Lachen nicht mehr heraus. Natürlich wünscht sich niemand von uns, dass Männern in dieser Welt der gleiche Care-, Haushalts- und „es allen schön“-machen-Zwang aufgedrückt wird wie ihn Jahrhundertelang Frauen empfunden haben […]

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Als unser Lieblingsfotograf Markus Abele den Entwurf für diese Weihnachtskampagne präsentierte, musste ich vor Aufregung mit den Füßen trommeln und kam aus dem Lachen nicht mehr heraus. Natürlich wünscht sich niemand von uns, dass Männern in dieser Welt der gleiche Care-, Haushalts- und „es allen schön“-machen-Zwang aufgedrückt wird wie ihn Jahrhundertelang Frauen empfunden haben und es noch immer tun. Aber dieses Bild drückt die Absurdität aus, dass es 2018 leider noch immer hauptsächlich Frauen sind, die sich um Weihnachten kümmern. Sonst müssten wir nicht losprusten, wenn uns ein normschöner Werbemann betroffen und genervt seine Haushalts-Belastung mitteilt.

Diese Karte könnt ihr ab heute im Pinkstinks-Shop bestellen! Wenn ihr zum Jahresende Karten verschicken möchtet oder aber müsst (Verpflichtungen und so), dann passt diese doch perfekt: Damit wünscht ihr geruhsame Feiertage, bei denen jede*r einen gerechten Teil mitträgt! Am liebsten immer und nicht nur zum Fest. Und sie zeigt, dass sich auch in der Werbung Geschlechterrollen dringend ändern müssen.

Auf Werbeprofi Markus Abele ist immer Verlass, wie bei dieser Kampagne. Wenn ich eine raue Idee habe, was ich möchte, guckt er meist sehr skeptisch, legt den Kopf schief und sagt: „Hm.“ Ein paar Tage später bekomme ich einen genialen Entwurf, der meine Grundidee um die Ecke denkt und auf das nötige professionelle Niveau bringt. Aber auch von Markus bekamen wir neulich ein großes Lob: „Eigentlich entwickelt ihr die Prototypen diversitärer Kampagnen.“

Und das stimmt. Wir bekamen für unsere Bikini-Kampagne diesen Sommer, die Außenwerber Wall an Leuchtwänden bundesweit zeigte, von der Werbefachzeitschrift „Horizont“ begeistertes Presseecho nach dem Motto: Wenn die kleinen Pinkstinks so geile Werbung baut, wieso eigentlich nicht die Großen? Unsere Poster „Sexy yes / Sexism no“ sowie „Gendermarketing wirkt länger, als man denkt“ sind beide in mehreren Schulbüchern gelandet und fahren in öffentlichen Bussen durch die Gegend.

Die Fotos zu „Not Heidis Girl“ wurden zu Stickern und Postern, von denen wir Zehntausende an Schulen verschickt haben. Alle diese Kampagnen sind mit Markus entstanden. Auch unsere Bierdeckel hat er designt, die ihr zu Weihnachten wieder im Shop bestellen könnt.

Deshalb ist es aktuell zur Weihnachtszeit so wichtig, darauf hinzuweisen, was Werbung auch im Sinne von Geschlechtsrollenstereotypen bedeutet: Wenn sie Lego Friends bekommt und er Ninja Go; wenn sie mit Barbie und er mit dem Boxsack spielen darf ist die Botschaft immer dieselbe. Sie ist technisch nicht kompetent, weniger stark und wird lieber leise und süß wahrgenommen während er auf den Tisch hauen darf, mehr Macht hat und ihm später auch mehr Gehalt zusteht.

Deshalb könnt ihr auch diese Karte im Shop bestellen!

Dass wir das alles gemischter und progressiver sehen möchten, das wird sich auch 2019 nicht verändern. Dafür bleiben wir laut. Und werden weiter versuchen, zu zeigen, dass Werbung besser geht – und die Prototypen dazu erstellen. Mit euer Hilfe! Danke!

Ganz lieben Gruß und eine schöne Vor-Glitzerzeit wünschen wir euch!

Eure Stevie und Team

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Geschlechtersuppe https://pinkstinks.de/geschlechtersuppe/ https://pinkstinks.de/geschlechtersuppe/#comments Thu, 22 Nov 2018 00:15:20 +0000 https://pinkstinks.de/?p=1000003430

Well, that escalated quickly: Die Schweizer Supermarktkette Migros hat Tütensuppen für Glamour Queens und Champions in rosa und hellblau auf den Markt geworfen und sah sich auf Twitter mit der berechtigten Frage konfrontiert, ob das denn wohl ernst gemeint sei. Hier geht es zu einem externen Inhalt des Anbieters Twitter. Wenn du diesen Tweet lädst, […]

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Well, that escalated quickly: Die Schweizer Supermarktkette Migros hat Tütensuppen für Glamour Queens und Champions in rosa und hellblau auf den Markt geworfen und sah sich auf Twitter mit der berechtigten Frage konfrontiert, ob das denn wohl ernst gemeint sei.

Bis dahin alles nicht weiter auffällig. Klar interessiert uns diese Frage auch und selbstverständlich würden wir gerne wissen, warum genau Migros jetzt in Geschlechtersuppen macht. Aber wirklich neu und/oder total krass ist das Beispiel jetzt nicht: Geschlechterchips,

Würstchen für Kerle und Ladies

 

und derlei mehr sind nun wirklich keine Neuigkeit. Und wir sind auch nicht die Einzigen, die bemerkt haben, dass Gender Marketing selbst spezifisch auf Suppen bezogen nicht das erste Mal angewandt wird.

Trotzdem ging es ordentlich zur Sache. Mehrere Schweizer Medien berichteten darüber, eine Sprecherin von Migros wurde mit der Aussage zitiert,dass „bei Suppen eine Überalterung der Kundschaft festgestellt wurde“ und es darum nun Suppen braucht, „die sich explizit an junge Erwachsene und Kinder richten“. Außerdem bilde man damit sowieso nur die Wünsche und Bedürfnisse der Kundschaft ab. Und um das Ganze noch abzurunden, freuten sich die Verantwortlichen für Social Media bei Migros dann anschließend darüber, dass Menschen, die Gender Marketing kritisieren, von der „Was ist bloß los mit diesen verdammten Feminazis“ Fraktion als „degeneriert“ bezeichnet werden.

Auf die Gefahr hin, als „degeneriert“ zu gelten: Rühren wir doch mal ein bisschen in der Suppe. Was haben wir denn da? Klassisch stereotype Zuweisung von Verschönerung/Dekoration sein an Mädchen und Sport/In Aktion sein an Jungen. Unterstrichen wird das Ganze durch den Einsatz von Rosa und Hellblau. In der hellblauen Welt ein Körper in Bewegung, der Raum einnimmt. In der rosa Welt Arme und Beine, die zusammengenommen kaum so umfangreich sind wie der Arm des Fußballers. Dazu ein Hals, der nicht in der Lage wäre, den Kopf zu halten oder Essen passieren zu lassen.

So weit, so Prinzessin Lillifee. Auch die Inhaltsstoffe sind interessant. Das Prinzessinnensüppchen ist vegan, die Suppe für Champions enthält Kohlenhydrate und Fleisch. Wir erinnern uns: Fleisch gilt als Männersache, Frauen sind eher so Gemüsetypen.

Das ist, wie gesagt, alles nicht neu und selbst in dieser Aufhäufung von Klischees nicht ungewöhnlich. Warum dann die Aufregung um den Kommentar einer Twitter-Nutzerin? Vermutlich haben die Leute es einfach satt. Die ständige Kritik an Produkten und Werbestrategien, die permanenten Hinweise darauf, dass das uncool, unzeitgemäß und einfach nur billig wirkt. Klar nervt das. Was aber noch viel mehr nervt ist die Tatsache, dass manche derlei Gender Marketing immer noch auffahren. Dass Mädchen selbst auf Suppen verhungern und Jungen kein Interesse an Verschönerung haben dürfen.

Liebe Verantwortlichen bei Migros und anderswo, hier ein kleiner Tipp, falls ihr wirklich wollt, dass wir und andere aufhören zu nerven: Einfach aufhören zu nerven. Ansonsten müsst ihr weiterhin die Geschlechtersuppe auslöffeln, die ihr euch eingebrockt habt.

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Der kleine sexistische Unterschied https://pinkstinks.de/der-kleine-sexistische-unterschied/ https://pinkstinks.de/der-kleine-sexistische-unterschied/#comments Wed, 14 Nov 2018 23:54:16 +0000 https://pinkstinks.de/?p=1000003366

Für diesen Text gibt es zwei Anlässe. Da ist zum einen die Tatsache, dass wir immer wieder mit der Frage konfrontiert werden, wie und warum genau wir eine Werbung als sexistisch einstufen. Zum anderen ist dieser Text dem Umstand geschuldet, dass wir in den letzten 2 Wochen über hundert Einreichungen in der Werbemelderin hatten, die […]

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Für diesen Text gibt es zwei Anlässe. Da ist zum einen die Tatsache, dass wir immer wieder mit der Frage konfrontiert werden, wie und warum genau wir eine Werbung als sexistisch einstufen. Zum anderen ist dieser Text dem Umstand geschuldet, dass wir in den letzten 2 Wochen über hundert Einreichungen in der Werbemelderin hatten, die nur die neue #Männertage Kampagne von Media Markt betreffen. Wir haben die Kampagne letzte Woche an dieser Stelle schon besprochen und klar gemacht, warum wir uns an möglichen Shitstorms nicht beteiligen. Die Aufregung in den sozialen Netzwerken ist klar mit einkalkuliert worden, um eine höhere Verbreitung zu erreichen, gleichzeitig hat man sich nicht zu weit aus dem Fenster gelehnt. Wie schon gesagt: Über dieses Stöckchen springen wir nicht.

Stattdessen benutzen wir die Werbung von Media Markt als Anschauungsobjekt. Das lohnt sich, weil die Kampagne mit viel Geld sehr professionell umgesetzt wurde und sich sehr viele Menschen (zu Recht) darüber aufregen. Aber ist sie auch sexistisch wie beispielsweise die taz schreibt? Nach unseren Kriterien nicht. Gehen wir das an dem Motiv mit Sophia Thomalla mal durch – schließlich wurde uns das am häufigsten und am wütendsten eingereicht.

Unsere vier Kriterien für sexistische Werbung sind folgende:

  1. Geschlechtsbezogenes Über-/Unterordnungsverhältnis
  2. Ausschließliche Zuordnung von Eigenschaften, Fähigkeiten und soziale Rollen in Familie und Beruf aufgrund von Geschlecht
  3. Sexuelle Anziehung als ausschließlicher Wert von Frauen
  4. Suggerierung von sexueller Verfügbarkeit

Am meisten wurde uns dieses Motiv mit Bezug auf das vierte Kriterium eingereicht – teilweise wurde auch das zweite für Männer geltend gemacht. Überspitzt zusammengefasst wird daran Anstoß genommen, dass Sophia Thomallas Nippel besagte Knöpfe sind, die er streichelt (4. Kriterium) und Männer allgemein und qua Geschlecht als hohle Triebtiere und gegebenenfalls als Technikjunkies porträitiert werden (2. Kriterium). In diesem Fall würden wir von Diskriminierung aufgrund von Geschlecht sprechen. Die Frage ist also, ob es sich wirklich so verhält.

Wie ist das mit der Darstellung von sexueller Verfügbarkeit über die Gleichsetzung von Nippeln mit Knöpfen? Aus unserer Sicht ist diese durchaus nachvollziehbare Lesart des Motivs zu wenig belegbar. Gerade wenn man sich vor Augen führt, dass Werbung Brüste und Nippel gerne verdinglicht

und sexistisch ausstellt

wird klar, dass das hier nicht offensichtlich genug geschieht. Diskriminierende Objektifizierung eines Dekolletés sieht anders aus

und geht gerne damit einher, dass sie ohne Gesicht präsentiert wird.

Das ist bei dem Motiv von Media Markt nicht der Fall. Das vierte Kriterium hat sich damit erledigt. Bleibt das zweite. Auch hierbei kommt es auf die Details an. Zunächst einmal lässt sich feststellen, dass Media Markt Sophia Thomalla als Sophia Thomalla mit einem Zitat abbildet (inklusive Anführungsstriche). Media Markt sagt also an dieser Stelle nicht „Männer sind so“ oder „Frauen sind so“, sondern arbeitet mit einem Testimonial und dessen Aussage. Und auch die Aussage ist nicht generalisierend genug. Er streichelt alles, was Knöpfe hat. Da steht nichts von alle Männer. Wenn eine derartige Aussage getätigt würde, wäre sie sexistisch. Übrigens auch ganz ohne (Semi)Nacktheit.

Uns ist natürlich klar wie pingelig das klingt. Und wir haben Verständnis dafür, dass Menschen, die sich über dieses Motiv ärgern und es als sexistisch einstufen, wenig Interesse an derlei Details haben. Aber seit dem Bestehen von Pinkstinks werden wir mit dem Vorwurf konfrontiert, Sexismus sei lediglich ein gefühltes Problem von Einzelpersonen und immer nur eine Frage des individuellen Geschmacks. Es gäbe keinerlei Kriterien, die sich verallgemeinern ließen.

Um diesen Vorwurf zu entkräften, treten wir jeden Tag an. Weil wir wissen, dass Diskriminierung aufgrund von Geschlecht nicht bloße Einbildung sondern leider viel zu alltägliche Wirklichkeit ist, bemühen wir uns, der Versuchung nicht zu erliegen, unsere eigenen Kriterien aufzuweichen und auszuweiten. Nur deshalb können wir so nachdrücklich darauf hinweisen, wo die Grenze ist und was zu weit geht. Weil wir bei jedem Vorwurf, wir würden diese Grenze vollkommen willkürlich ziehen, immer wieder aufzeigen können, dass es jedes Mal dieselbe Grenze ist. Auch wenn es wehtut.

 

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Muss man heute Feministin sein? https://pinkstinks.de/muss-man-heute-feministin-sein/ https://pinkstinks.de/muss-man-heute-feministin-sein/#comments Sun, 11 Nov 2018 20:00:21 +0000 https://pinkstinks.de/?p=1000003282

  Eine Sonder-Briefmarke gibt es nicht zum 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts. Eine Freundin von mir fragte bei der Post nach. Es gibt zwar zu jedem Schlunz eine Sondermarke – 50 Jahre Sandmann, z.B. – aber das Frauenwahlrecht? Pffft. Viele Damen mussten damals ja auch zu ihrem Glück überredet werden. Vielleicht hatte die Post deshalb Angst, […]

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Eine Sonder-Briefmarke gibt es nicht zum 100-jährigen Jubiläum des Frauenwahlrechts. Eine Freundin von mir fragte bei der Post nach. Es gibt zwar zu jedem Schlunz eine Sondermarke – 50 Jahre Sandmann, z.B. – aber das Frauenwahlrecht? Pffft.

Viele Damen mussten damals ja auch zu ihrem Glück überredet werden. Vielleicht hatte die Post deshalb Angst, dass zu viele Menschen mit den Augen rollen würden, wenn es jetzt so eine Frauendings-Marke geben würde. Auch Frauen finden das ja oft zu viel. Denn: Wahlrecht? Ja ok. Aber muss man das so groß aufhängen und immer wieder an diese biederen Frauen erinnern, die mit ihren großen Hüten und hochgeschlossenen Rüschenkragen durch die Straßen zogen? Das ist doch ein wenig spaßbefreit, oder?

Erst 1971 wurde im Kanton Bern das Frauenstimmrecht verhandelt. Viele Frauen waren empört: Wer sollte denn bitte bei den Kindern bleiben, wenn sie zur Wahlurne gingen? Was sollten Frauen überhaupt in der Politik? Überlasst das doch bitte den Männern!

Das war ein halbes Jahrhundert nach dem deutschen Wahlrecht für Frauen. Wer das jetzt lang findet und sich fragt, wie das passieren konnte, den hebe ich ein Jahrhundert weiter vor in die Gegenwart. Ein Landkreis in Thüringen bewirbt ein neues Industriegebiet auf dem Hintern von Profi-Volleyballspielerinnen mit dem Slogan: „Prachtregion.de“. Weil wir bei Pinkstinks schon einige junge Hockey- und andere Spielerinnen bei uns hatten die sich ärgerten, dass „kokette“ Slogans von Firmen auf ihre Hintern gedruckt werden, damit sich ihre Mannschaft überhaupt Trikots leisten kann (die Jungs hingegen werden mit cooler Ware zugeschissen), haben wir uns erlaubt, dazu auf Facebook einen Kommentar zu bringen.

Die sehr durchtrainierte und hochgewachsene Frauenmannschaft zeigte sich daraufhin empört, dass wir ihnen ihren Hinternspaß nehmen wollten, was nie der Fall war. Nicht nur die zuständige Landrätin, auch ein Sportjournalist aus Brandenburg erregten sich, dass wir die Damen „zwangsfeministisieren“ wollten.

Deshalb, für heute und damals, nochmal ganz langsam und klar und für alle Politiker*innen und Sportjournalist*innen zum Mitschreiben:

Wir beschämen und wir belehren niemanden, wie welche Kleidung oder welche Sprüche zu tragen sind. Wenn eine Frau mit „Prachtregion“ auf ihrem Hintern arbeiten und Werbung für ein Industriegebiet machen möchte, soll sie das selbstredend dürfen. Wir kritisieren eine Firma bzw. viele Firmen, die Frauenmannschaften nur fördern, wenn ihre Slogans auf dem Hintern zu sehen sind und dafür passend getextet wurden. Wir kritisieren, dass Mädchen von ihren Vereinen angehalten werden, sich darüber nicht aufzuregen, weil Trikots teuer sind und man froh sein könne, wenn Mädchensport gesponsort wird – da will ja eh keine*r zusehen.

Der Druck, von anderen Mädchen als „Feministin“ geoutet zu werden lässt viele Mädchen verstummen, die als „knackiges Würstchen“ oder mit anderen Slogans zum Tor hechten müssen. Berufssportlerinnen, die äußerst durchtrainiert sind, gerne auch im Bikini in die Sportarena gingen und ihre Hintern eben prächtig finden, sollten nicht für alle Mädchen Deutschlands herhalten, denen der Marketingtrend von Sponsoren gehörig stinkt. Ebenso, wie jede Frau entscheiden darf, arbeiten zu gehen oder nicht, ihr Kind selbst zu betreuen oder in die Kita zu geben, wählen zu gehen oder nicht, und zu wählen oder zu arbeiten, was für sie passt. Genau für diese Freiheiten kämpfen wir, jeden Tag, mit jeder Kampagne. Und wenn du, liebe Volleyballprofispielerin, gerne sexy bist und deinen Hintern zeigst und trotzdem nicht möchtest, dass Sportsponsoring für Mädchen und Frauen bundesweit nur mit „Hinternhighlighting“ funktioniert, bist du wahrscheinlich Feministin. Das ist alles.

Wer aber noch nicht mal recherchieren kann, was Pinkstinks und was der Deutsche Werberat ist (zwei verschiedene und sehr verschieden arbeitende Institutionen, lieber Herr Sportjournalist Kroh) und dass weder wir noch der Werberat einen Slogan auf einem Hintern als „sexistische Werbung“ einordnen würden, weil es eine Marketingstrategie und keine Werbekampagne ist, dem sollten wir das alles gar nicht erst erklären müssen. Aber auch das ist Deutschland nach 100 Jahren Frauenwahlrecht: Männliche Journalisten schreiben unfassbar uninformierte Kolumnen über blöde Feministinnen und fühlen sich grandios. Deshalb, lieber Herr Kroh: Schreiben Sie sich doch bitte auf ihren Hintern „dickehose.de“. Auch sie sollten etwas Spaß haben und Stolz auf ihr Gemächt sein dürfen.

Lieben Gruß! Eure Stevie

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Wenn Media Markt um Aufmerksamkeit schreit https://pinkstinks.de/wenn-media-markt-um-aufmerksamkeit-schreit/ https://pinkstinks.de/wenn-media-markt-um-aufmerksamkeit-schreit/#comments Thu, 08 Nov 2018 00:00:50 +0000 https://pinkstinks.de/?p=1000003274

Ja, ist ja gut Media Markt, wir haben euch gesehen. Ihr feuert euren total aufregenden #Männertage Krempel ja auch seit Tagen aus allen Kanälen. Und, wie läuft’s für euch? Sind die Zugriffszahlen erfreulich genug, dass ihr mit den Leuten von eurer neuen Lead-Agentur Zum roten Hirschen schon angestoßen habt oder reicht es dafür noch nicht? […]

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Ja, ist ja gut Media Markt, wir haben euch gesehen. Ihr feuert euren total aufregenden #Männertage Krempel ja auch seit Tagen aus allen Kanälen. Und, wie läuft’s für euch? Sind die Zugriffszahlen erfreulich genug, dass ihr mit den Leuten von eurer neuen Lead-Agentur Zum roten Hirschen schon angestoßen habt oder reicht es dafür noch nicht? Immerhin habt ihr ja richtig viel Geld in die Hand genommen und nicht weniger als sieben Agenturen beauftragt, das Ganze für euch umzusetzen. Plus der Prominenten, die in den nächsten Wochen ihre eigenen Social Media Kanäle benutzen werden, um die Kampagne zu promoten. Jürgen Vogel,

Ralf Richter

und natürlich Sophia Thomalla.

Die darf bei dem Versuch nicht fehlen, das Stöckchen so tief wie möglich zu halten, damit auch ja alle maximal aufgeregt drüberspringen. Vor allem „diese krassen Feministinnen“, die überall Sexismus wittern. Der Move ist zwar total durchschaubar und abgenutzt,

aber ein paar Mal kann man den sicher noch durchziehen. Inklusive ein paar knackiger Zitate, dass die ganzen Kritiker*innen nur prüde Hater sind und Sophia Thomalla die einzig wahre Feministin. Gleich vormerken: Das knallt in Talkshows immer ganz gut.

Total beeindruckend auch die vielen vorbereiteten Sharepics und Twittermemes, mit denen dein Team jetzt aufgebrachte Menschen abspeist. Die Bild berichtet, einige Zeitungen schreiben einen Shitstorm herbei und du kannst bei jeder Gelegenheit deinen „Hauptsache ihr habt Spaß“ Spruch loswerden und dabei noch ein paar mal „Augenzwinkern“ unterbringen. Keine Frage, die Kampagne rollt und wirbelt ordentlich Staub auf.

Das ist auch der Grund, warum wir an dieser Stelle auf sie eingehen und sie bebildern. Wir können dich weder aufhalten noch wäre dir unsere Empörung dienlich. Wir können lediglich zeigen, wie mit sehr viel Geld und Marktmacht eine Kampagne kreiert wurde, die sich aller aktuellen Strategien und Mechanismen bedient: Influencer, Shitstorms, Meinungsumfrage, Gendermarketing, „humorige“ Klischees und vieles mehr – das ganze Programm eben. Mit Inhalten wie

Männern, die als Gefühl nur Konsum kennen
Lächerlichmachung der Periode
Verharmlosung von PMS

Was hättest du mit dem Aufwand und dem Budget alles machen können?! Da hätte mit Sicherheit etwas bei rauskommen können, das Pinker Pudel preisverdächtig wäre. Tja, dann halt nicht. Dann bleibst du eben der Laden, in dem wir und viele andere nichts mehr anfassen.

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Sexismusverbot in deutschen Städten https://pinkstinks.de/sexismusverbot-in-deutschen-staedten/ https://pinkstinks.de/sexismusverbot-in-deutschen-staedten/#comments Tue, 09 Oct 2018 23:05:04 +0000 https://pinkstinks.de/?p=1000003061

Es tut sich was in deutschen Städten: Nach Bremen, Frankfurt, Berlin Kreuzberg und Leipzig verbietet nun auch München sexistische Werbung. Die Politik beginnt zu erkennen, dass es sich dabei um ein reales, deutschlandweites Problem handelt. Und das betrifft eben auch München. Ob frau nun sexuell verfügbare Beilage für Essen ist, ihr seminackter Körper mit eine […]

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Es tut sich was in deutschen Städten: Nach Bremen, Frankfurt, Berlin Kreuzberg und Leipzig verbietet nun auch München sexistische Werbung. Die Politik beginnt zu erkennen, dass es sich dabei um ein reales, deutschlandweites Problem handelt. Und das betrifft eben auch München. Ob frau nun sexuell verfügbare Beilage für Essen ist,

ihr seminackter Körper mit eine Fassade verglichen wird

oder gleich mit gebratenen Hähnchenschenkeln –

München bildet in Sachen sexistische Werbung keine Ausnahme. Und das ist auch der Grund, warum es – bei aller Freude über das Anpacken dieses Problems von verschiedenen Seiten – mehr braucht als städtespezifische Verbote. Denn zum einen gilt dies in München nur für stadteigene Werbefläche. Keines der drei Motive wäre davon betroffen. Zum anderen besteht die Gefahr, dass Kriterien für sexistische Werbung bei kommunalen Einzellösungen zu einem Flickwerk geraten.

Warum das problematisch ist? Weil die Süddeutsche den Beitrag über Münchens Verbot mal wieder mit dem obligatorischen Bild der dpa garniert, das zwar Sexismus zeigen soll, aber gar nicht sexistisch ist. Werbung für Unterwäsche und Dessous mit nackter Haut ist nach wie vor an sich kein Problem.

Und drüben beim Cicero wittern sie mal wieder Prüderie. Hilfe, die Nacktheitspolizei nimmt uns die Brüste weg. Armes Abendland. Das Übliche eben. Darüber kann man sich lustig machen oder immer wieder darauf verweisen, dass wir nichts gegen Nacktheit und Erotik haben.  Wir tun letzteres. Und je länger wir diesen Job machen, je häufiger wir auf Motive starren, bei denen die Verantwortlichen Sexismus offen plakatieren oder ihn verschleiern umso mehr halten wir uns an unsere vier Kriterien:

  1. Geschlechtsbezogenes Über-/Unterordnungsverhältnis
  2. Ausschließliche Zuordnung von Eigenschaften, Fähigkeiten und soziale Rollen in Familie und Beruf aufgrund von Geschlecht
  3. Sexuelle Anziehung als ausschließlicher Wert von Frauen
  4. Suggerierung von sexueller Verfügbarkeit

Nur so können wir dem Vorwurf begegnen, Sexismus wäre nur „so ein Gefühlsding“. Ein personenspezifisches Beleidigtsein, gegen das nichts konkret getan werden braucht.

Aber genau das tut es: Es braucht die Werbemelder*in, um sexistische Werbung sichtbar zu machen, um zu sensibilisieren, aufzuklären und an die Verantwortlichen heranzutreten. Es braucht Kampagnen und überzeugende Argumente für Handwerks- und Handelskammern, damit diese ihren Mitgliedern klare Vorgaben machen – nur so kriegen wir das Problem nicht nur von stadteigenen Flächen sondern auch von der Straße und von Flyern. Es braucht Gespräche, in denen Verantwortlichen klar gemacht wird, dass sexistische Werbung aber sowas von gestern ist, ihre Mitbewerber*innen das längst anders machen und man sich den ganzen Stress damit ganz einfach ersparen könnte.

Das ist viel Arbeit, das braucht Zeit und Geld, aber es zieht. Vor zwei Jahren hat die Welt noch ganz anders über Sexismus in der Werbung geschrieben. Inzwischen wird auch dort zwischen sexy und sexistisch unterschieden, zwischen Nacktheit für Dessous und Nacktheit für Bodenfliesen. Wir haben es ja schließlich immer wieder gesagt. Und das werden wir auch weiterhin tun – bis es oft genug ist.

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