Wir haben euch an dieser Stelle schon einige Male gezeigt, dass Sexismus in Werbung nicht nur bei einzelnen Produkte angewendet wird, sondern darüber hinaus auch für ganze Produktgruppen Anwendung findet. So wird Fleischkonsum beispielsweise mit Männlichkeit assoziiert, die sich so weit wie möglich von Vegetarismus und Veganismus fernzuhalten hat, um als echt zu gelten. Heute möchten wir euch vorstellen wie mit sexistischen Motiven im Bereich von Werbung für alkoholische Getränke gearbeitet wird. Die Kombination und der Vergleich von Frauen und Alkohol erfreut sich enormer Beliebtheit.  Das Internet ist voll von Grafiken, die erklären, warum Bier angeblich besser als eine Frau ist (Bier ist unter anderem „immer feucht“ und „hat nie Kopfschmerzen“.). In den Onlinekatalogen der Anbieter von Stockfotografien reiht sich eine normschöne Frau im Bikini mit Bier in der Hand an die andere. Und Werbung benutzt Frauen schon sehr lange als Blickfangobjekte, um alkoholische Getränke (vornehmlich Bier) an den Mann zu bringen.

Enjoy

Ganz egal wie absurd der vorgetäuschte Produktbezug ist,

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die Botschaft dabei ist klar: Alkohol und Frauen sind zum Genießen da,

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weil Männer sind halt so.

Being a man

Die hätten die Vorhänge an Umkleidekabinen am liebsten ganz anders.

Vorhang

Die träumen von ihrer persönlichen „Bierdeckel Beauty“,

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von der sie sich verwöhnen lassen wollen (gerne auch mit einer Freundin).

Astra

Die perfekte Frau also. Die kommt jedoch in letzter Konsequenz einer Maschine gleich, die nur dazu da ist, ein Fass Bier kalt zu stellen und den Kunden zu unterhalten.

Oder auch einem „Ficktisch“, dessen Zweck es ist, einer Herrenrunde zur Verfügung zu stehen (Guiness hat sich von diesem Clip distanziert, aber bis heute ist nicht ganz klar, wer dafür verantwortlich ist).

Was aber wenn es die perfekte Frau gar nicht gibt? Auch darauf hat Werbung eine Antwort. So mögen manche Frauen wie Bier aussehen

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und mit ihren Körpern den Genuß alkoholischer Getränke „verschönern“.

Hirter Fasstypen

Tatsächlich nerven die meisten von ihnen aber. Da ist es gut, dass sie Bier wenigstens nicht anbrennen lassen können

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und mit ihren Brüsten Getränkeschatten spenden.

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Außerdem kann Mann sie sich zur Not immer noch schön saufen

oder ihnen einfach die Luft rauslassen, wenn sie mal wieder zu viel reden.

Lässt sich diese absurde Logik noch steigern? Aber selbstverständlich. Wenn es die perfekte Frau hier nicht gibt, dann vielleicht woanders: 2006 hat die neuseeländische Wodkamarke Stil Vodka ein Gewinnspiel ausgeschrieben. Preis? Eine Reise nach Moskau, um eine „russische Braut zu gewinnen“.

Win a russian Bride 2006

Und wenn sie unerreichbar scheint, kann Mann sich vielleicht zumindest ihre „Essenz“ einverleiben. Ein polnischer Geschäftsmann hat vor wenigen Wochen versucht seine ganz spezielle Idee crowdfunden zu lassen: Er möchte das weltweit erste „Vagina Bier“ auf den Markt bringen. Ja genau! Er hat einem tschechischen Models Vaginalbakterien entnommen und vervielfacht, um „weibliche Eigenschaften, den Reiz, die Grazie, die Eleganz und ihre Instinkte auf Bier und andere Produkte zu übertragen„. Bei so viel Unfug möchte man Charles Darwin mit einem schweren Knüppel bewaffnet aus seinem Grab steigen sehen oder glauben, dass das alles nicht wahr ist. Ist es aber.

Frauen und Alkohol, ne?! Dieser Einleitung folgten schon immer denkbar schlechte, sexistische Witze. Werbung hat Mittel und Wege gefunden, diese Witze noch schlechter und noch sexistischer zu erzählen, mit dem Ziel Männern zu gefallen. Wer jedoch glaubt, dass Männer bei dieser sich klischeehaften Männlichkeitsbildern anbiedernder Erzählweise fein raus sind, der irrt sich. Denn diese Art Werbung macht eben nicht nur sexistische Aussagen über Frauen sondern auch über Männer.

Manly