Wenn ich irgendwo in Deutschland Vorträge über die Arbeit von Pinkstinks und Sexismus in der Werbung halte, dann sage ich oft Sätze wie „Pinkstinks hat mir ein bisschen meinen Seelenfrieden geraubt“. Ich lächle dabei und meine das natürlich auch scherzhaft. Aber eben nur auch. Denn zwischen damals und heute liegen Bilder, die mir eine „Power-Lösung für die engsten Stellen“ anbieten.

Und das lässt einen nicht unverändert zurück. Außerdem verhagelt mir Pinkstinks jegliche Feiertagsnaivität. Statt mich auf Ostern zu freuen oder die Vorweihnachtszeit zu genießen, denke ich viel zu oft darüber nach, was dieses Jahr wohl in puncto Klischees und Sexismus ansteht.

Apropos: Ist ja bald schon wieder Ostern. Worauf können wir uns denn da so einstellen? Pinke Osterhasen natürlich. Für Mädchen. Das ändert sich auch nicht so schnell. Die haben vor 2 Jahren schon fassungslos gemacht

und stehen auch dieses Jahr wieder in den Regalen.

Call-a-Pizza ist auch immer wieder dabei. Ob nun 2014 vom Werberat gerügt oder nicht: Sexismus steht nach wie vor auf der Speisekarte.

Obendrauf gab es letztes Jahr die „Osterhöschen“ Aktion des Unterwäschehersteller Palmers

https://www.facebook.com/palmersspitzenfrau/posts/1637029216325207:0

und damit einhergehend eine tagelange mediale Schlammschlacht um die Kritik der TV-Journalistin Corinna Milborn an dem Motiv und die sexistischen Beleidigungen, mit denen sie daraufhin der Sportler Felix Baumgartner überzog.

Und 2018? Mein Favorit bisher ist die Brauerei im Füchschen. Nicht nur, weil die pünklich zu Ostern eine sexualisierte Füchsin in Mieder und Netzstrümpfen auf ihre Bierfässer packt,

sondern weil auch zu anderen Gelegenheiten auf sie Verlass ist. Ob nun zu Karneval,

Muttertag,

oder so Sachen wie dem Tag der gesunden Ernährung –

die Marke Füchschen Alt bleibt ihrer Bildsprache treu. Und mit der ist Ostern für mich irgendwie nicht mehr dasselbe. Andere mögen das lustig, neckisch und gar nicht mal so krass finden. Ich find’s einfach nur noch ätzend und ermüdend. Das „nie enden wollende Augenzwinkern“ und die grafischen Umsetzungen von ziemlich abgestandenen Herrenwitzen holen mich einfach nicht ab. Das mag man auf meinen persönlichen Geschmack zurückführen. Sollte aber im gleichen Atemzug fragen, inwiefern das nicht Diskriminierung aufgrund von Geschlecht ist. Ich für meinen Teil kann mich auf „frohe Ostern“ nicht mehr vorbehaltlos freuen. Dafür hat mir Werbung zu oft „frohe Ostern und dicke Eier“ gewünscht.

Bildquellen: Füchschen Alt und Mediascream