Bei Aldi gibt’s jetzt Jungs- und Mädchenwasser – na ganz toll.“ Als auf Twitter der neueste Auflage der Unendlichen Geschichte der Pinkifizierung herumgereicht wurde, waren wir und viele andere wenig begeistert – manche hielten es gar für Realsatire. Andere verwiesen darauf, dass man sich ja nicht so aufregen bräuchte, weil ja niemand gezwungen wird, das Produkt zu kaufen. Der Hinweis kommt eigentlich immer. So als gäbe es keine Bedrohung durch Stereotype und als müssten nicht auch und gerade Kinder jeden Tag sich und ihrer Umwelt ihre vermeintliche Geschlechtskonformität beweisen.

Es gibt aber auch die, die darauf hinweisen, dass hier kein Gender-Marketing vorliege, weil Geschlechter gar nicht eindeutig genannt werden. Das stimmt natürlich – also letzteres. Gender-Marketing existiert in verschiedenen Abstufungen und Nuancen. In einigen Fällen werden die Zusammenhänge besonders dreist hergestellt.

Ü EI

Andere benutzen gängige Chiffre wie Ritter und Prinzessin, um die Geschlechtszuschreibung zu verdeutlichen.

Und wieder andere nehmen sehr rosa-hellblaue Versionen von Daisy und Donald Duck, um die Bezüge klarzumachen. Nicht, dass wir uns missverstehen: Rosa und Hellblau sind super Farben, die an und für sich natürlich kein Geschlecht habe. Nicht alle Fallen sind Rosa-Hellblau-Fallen. Und Daisy Duck kann ein Badass Feminist sein.

Daisy

Trotzdem sollte man sich nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bedrohung mit und durch Stereotype real ist. Dass die Pinkifizierung mittlerweile über ein ganzes Arsenal aus „Kauf mich und bestätige dadurch dein Geschlecht, oder sonst…“ Ansagen und Bilder verfügt, die nicht alle die Maximaldrohungen Nur für Mädchen oder echte Männer auffahren. Das geht auch anders (das Wort subtil scheint mir hier fehl am Platz). Wenn ein Produkt mal gesondert mit seiner Buntheit beworben wurde

Smarties

und plötzlich auf rosa und hellblau gezogen wird, dann muss dafür nicht der Zufall als Erklärung bemüht werden sonders das Gender-Marketing. Und wenn Daisy in ihren Comics schon seit vielen Jahren nicht mehr dermaßen rosa dahergekommen ist und einen Roller fährt, während Donald einen coolen Sprung mit dem Skateboard machen darf, brauchen wir auch nicht drumherum reden. Dann ist das Geschlechterwasser.