Hurra! Unsere neue Kampagne ist da. So lange nervt uns schon, dass Journalist*innen, Politiker*innen und Werbemenschen den Unterschied zwischen Sexualisierung und Sexismus nicht verstehen, dass wir einmal deutlich werden mussten. Diesen Sticker könnt ihr ab sofort bei uns KOSTENLOS bestellen (wir verschicken zehn Stück pro Bestellung), verteilen und alles bekleben, was eine Ansage braucht. Auch als A3 Poster ist das gute Stück zu haben: Für Mädchenzentren und alle Orte, die politische Verschönerung gebrauchen können. (WIR RUFEN HIER SELBSTVERSTÄNDLICH NICHT ZUM ADBUSTING AUF, NE?)

plakat-femke

Jetzt bitte nicht meckern: Ja, unser (nicht professionelles) Model Femke ist groß, normschön und seit neuestem auch noch blond. Sie trägt aber – tataa – Größe 38/40, und wir haben extra darauf geachtet, dass die grandiosen Elektronischen Schönheit(en), die kostenlos die Postproduktion gemacht haben, ihren Körper nicht glatt ziehen. Hätten wir ein wirkliches „Plus-Size“-Model genommen, hätten wir zu viele Botschaften in einer Kampagne gehabt: Zu viel Informationen an die Empfänger*innen (die Werbeindustrie), die die Damen und Herren überfordert hätte. Die Werbung sollte als aktuelle Unterwäschewerbung erkennbar sein und der Witz gerade darin bestehen, dass man durch eine minimale Veränderung von „ok“ in „nicht ok“ abrutscht. Hätten wir darin auch noch mehr Körper gefordert, hätte das von der Aussage abgelenkt. Eine wunderschöne Kampagne, die diversere Körpernormen in der Werbung fordert, folgt im Dezember! Und für die Werbeindustrie ist Femkes Körper – schockierender Weise – leider schon sehr progressiv.

Sexualisierung ist nicht per se diskriminierend. Sie kann aber diskriminierend sein, und dann ist es Sexismus. Immer noch scheinen sehr wenig Menschen zu verstehen, dass Sexismus nicht „irgendwas mit Sex oder nackter Haut“ ist. Im Gegenteil: In den 60er Jahren haben unsere Mütter noch hart dafür kämpfen müssen, im Minirock auf die Straße gehen zu dürfen. Es geht uns also nicht darum, nackte Haut von den Straßen zu verbannen, sondern klar zu machen, dass eine Frau noch so wenig anhaben kann oder so viel, wie sie will: Sie gehört respektiert. Mit ihrem halbnackten Körper jedoch Sessel, Hundefutter oder Würstchen zu verkaufen, ist erniedrigend. Eigentlich ist es ganz einfach: Setzen wir doch einfach einen Mann in schicker Boxershorts auf den Sessel und schreiben den Preis der Boxershorts auf. Dann probieren wir den Sessel mit seinem schönen Körper zu verkaufen. Geht nicht? Wirkt irgendwie abwertend? Eben.

Für Produktion und Versand haben wir genug Geld zusammen bekommen, jetzt hätten wir das gute Stück gerne in einer deutschen Großstadt plakatiert, um ordentlich Welle zu machen, eine Diskussion anzufachen und aufzuzeigen, wie oft Frauen in der Werbung herabwürdigend dargestellt werden. Dazu werden wir in den nächsten Wochen wiederholt zu Spenden aufrufen. Wenn du mitmachen kannst, freuen wir uns riesig!

Jetzt spenden!

Lieben Gruß!

Stevie, Nils, Lisa, Annina und Anja

Das Plakat kann HIER bestellt werden 🙂

 

Ganz besonders bedanken möchten wir uns bei:

Femke Voss – Model

Markus Abele – Fotograf

Cathrin Bauendahl Elektronische Schönheit – Bildbearbeitung

Gabriela (Bella) Olguin über Agentur Nina Klein mit Anke Altmann

Styling, Axis Mundi FilmWelten Ausstattung Hamburg