ROLE MODEL DES MONATS: Morena Herrera

Die ehemalige Guerilla Kommandantin und studierte Architektin Morena Herrera setzt sich heute als Aktivistin für sexuelle Selbstbestimmung für das Recht von Frauen auf Abtreibung in ihrem Heimatland El Salvador ein. Ihr Engagement für die Begnadigung zahlreicher Frauen, die aufgrund von Abtreibungs-Beschuldigungen im Gefängnis sitzen, macht sie für uns zu einem beeindruckenden Role Model im April.

Morena herrera

Die Situation schwangerer Frauen in El Salvador ist enorm heikel. Gibt es Komplikationen während der Schwangerschaft oder verliert eine Frau ihr Kind, steht sie unmittelbar im Verdacht eine absichtliche Fehlgeburt eingeleitet zu haben. Das bedeutet: Einer Frau, die eigentlich medizinische Hilfe benötigt, wird, anstatt sie zu behandeln, des Mordes beschuldigt, vor Gericht gestellt und in den meisten Fällen direkt in ein Gefängnis gesteckt. Strafmaß: Lebenslänglich. Wenn sie nicht aufgrund der ausbleibenden Versorgung sowieso stirbt.

In El Salvador, ebenso wie in Nicaragua, Chile und Honduras ist Abtreibung absolut verboten. Selbst das Wohl der Mutter reicht nicht aus, um einen Schwangerschaftsabbruch zu legitimieren.

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2014 war Morena Herrera deshalb antreibende Kraft der Kampagne „EINE BLUME FÜR DIE 17 – IHR LEBEN DARF NICHT VERWELKEN!“, die sich für die Begnadigung von 17 zu Unrecht verurteilten Frauen einsetzt. Mittlerweile wurde eine der Frauen freigesprochen, was Hoffnung gibt aber auch zeigt, wie viel noch zu tun ist. Die Aktivistin Herrera steht in permanentem Kontakt zu den verurteilten Frauen, besucht sie im Gefängnis und gibt nicht auf für ihre Rechte zu kämpfen.

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Aber Morena Herrera war auch schon früher, während ihrer Zeit an der Uni, politisch sehr aktiv. Sie leitete dort die Studienproteste und schloss sich Ende der 80er Jahre der FMLN (Frente Farabundo Martí para la Liberación Nacional) an. Hier nahm sie eine hohe Position als Militärstrategin und Kommandantin an, was sie zu einer der wichtigsten Köpfe in der Verteidigung El Salvadors machte. Dennoch erfuhr sie in ihrer Zeit bei der FMLN viel Diskriminierung aufgrund ihres Geschlechts, was ihre Auseinandersetzung mit dem lateinamerikanischen Feminismus entfachte.

Nur wenige Zeit später gründete sie gemeinsam mit anderen Frauen DIGNAS, die erste feministisch und autonome Organisation El Salvadors. Vor kurzem feierten sie ihr 25 Jähriges Bestehen.

Las Dignas

Morena Herrera setzt mit ihrem beständigen Aktivismus ein wichtiges Zeichen für Frauenrechte in El Salvador und gibt Frauen im ganzen Land gleichzeitig Hoffnung. Ein tolles Portrait von ihr und anderen Aktivistinnen gibt es seit März auch in der Arte Dokumentation „The Power of Women“. Morena Herrera wird etwa ab Minute 70 vorgestellt.

https://www.youtube.com/watch?feature=player_detailpage&v=c-W7yLAWOcM