Manchmal kommen wir aus dem Ärgern wirklich nicht mehr raus: Woche für Woche werden uns Beispiele für sexistische Werbung geschickt und die Dinge ändern sich nur sehr langsam. Peta wirbt immer noch sexistisch für Tierrechte, Frauen müssen trotz Werberatrüge zur Grillstandverzierung immer noch halbnackt Bratwürste reiten und Attila Hildmann bettelt immer noch um Aufmerksamkeit, indem er beispielsweise seine „heißen Snackbar-Mitarbeiterinnen“ anpreist. Aber ab und an gibt es sie eben doch: Die Momente, für die sich das alles lohnt. Wenn sich etwas verändert, Menschen umdenken und mit vielfältigen Ideen für Produkte und Werbung um die Ecke kommen.

Das Kiezbier Quartiermeister ist so ein Projekt, dass von coolen Leuten in eine neue Richtung getrieben wird. Unter anderem in Richtung Quartiermeister*in

und eines Marketings, das ganz bewusst auf Sexismen verzichtet. Dafür wird einiges aufgeboten. Eine eigene Kampagne, Blogtexte, Teamsensibilisierung und vieles mehr. Das ist auch dringend notwendig, Denn gerade Bierwerbung hat eine unrühmliche Geschichte sexistischer Kampagnen, die viel zu lange den Normalfall darstellten. Wir erinnern uns: Bierwerbung, das ist die, die Frauen zum antatschbaren Geschlecht macht.

Wo „die kleine Dicke leicht zu haben ist“,

und halbnackte Frauen als Blickfang

oder Ablage eingesetzt werden.

Die Art Werbung, die Rassismus auch gerne mal zur Sexismusparty mitbringt

und ganz allgemein darauf abzielt, dass die signalisierte sexuelle Verfügbarkeit von Frauen den Biergenuss von Männern erhöhen soll.

Dass dabei nicht nur ein Geschlecht reduziert und stereotypisiert wird, versteht sich von selbst. Tatsächlich haben die angeblichen Gewinnertypen, die in Dauerschleife darauf reduziert werden, lüsternd auf weibliche Nacktheit starren zu müssen, auch verloren.

Gerade in diesem Segment ist es keine Kleinigkeit, mit alten Sehgewohnheiten und liebgewonnen Routinen zu brechen. Bier wird immer wieder fast schon reflexartig sexistisch beworben. Erst ganz allmählich beginnt die Branche, sich ihrer Verantwortung bewusst zu werden und Dinge zu verändern. Die brasilianische Biermarke Skol zum Beispiel fühlt sich von ihren vergangenen sexistischen Kampagnen selbst nicht mehr repräsentiert und wagt einen Neuanfang.

Und in Deutschland versuchen die Quartiermeister*innen, die Problematik von Anfang an mitzudenken und Lösungsstrategien zu entwickeln. Mit Erfolg.

Wir freuen uns jedenfalls auf neue Kampagnen, frische Ideen, Vielfalt und soziales Engagement. Oder um es mit den Quartiermeister*innen zu sagen:

Gleiches Bier für alle!