Preisverleihung 2018

„Niemand hat gesagt, dass es einfach wird“ – so der Slogan des ausgezeichneten Hornbach-Videos, in dem eine Frau mit einem Vorschlaghammer überholte Rollenanforderungen an Frauen zerschlägt. Mit Pinkstinks versuchen wir genau das seit sechs Jahren. Und auch uns war immer klar, dass es nicht einfach wird. Aber gestern sind wir wieder ein ganzes Stück weiter gekommen.

Wir haben zum ersten Mal den „Pinken Pudel“ im Haus 73 verliehen und Werbung, Medien, Aktivist*innen und Politik in einem Raum versammelt, gefeiert, getanzt und diskutiert. Darüber, was gute Werbung ist, inwiefern Progressivität und Erfolg zusammenhängen, ob Werbung Realitäten nur abbildet, oder sie auch prägt.



Vor 150 geladenen Gästen präsentierte Stevie ein „Worst of Werbung“ aus den letzten Monaten Werbemelder*in, Robert Franken sprach über die wirtschaftlichen Chancen von Diversität in Unternehmen und Julia Karnick erzählte, warum sie und ihre Tochter aufgehört haben, „Germanys Next Topmodel“ zu schauen. Begleitet wurde der Abend musikalisch von den fantastischen James & Finnley, die neben eigenen Songs auch Beyoncés „Flawless“ und unseren Song „Not Heidi’s Girl“ performten. 

Die Preisträger

Der „Pinke Pudel“ soll progressive Werbung herausstellen, die mit Geschlechterrollenstereotypen bricht und zeigt, dass Mut und Erfolg sich nicht ausschließen. Ein perfektes Beispiel dafür ist seit Jahren die Hornbach AG, die deshalb einen der Jurypreise und den Publikumspreis gewonnen hat (Agentur: Heimat). „Man merkt, dass Hornbach Übung darin hat, ihre Baumarkt-Kund*innen zu verstehen und gleichzeitig mit ungesehenen Held*innenfiguren herauszufordern. Das lässt sie mutiger denken und casten“, begründet Jurymitglied und Werbeprofi Sabine Cole ihre Entscheidung.

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Video-Link: https://www.youtube.com/watch?v=xqtw5-ro9Wk

Die Sparkasse begeisterte die Jury mit einer männlichen Fee in einer bundesweiten Digitalwerbung von Preuss und Preuss. Die Fee wird in der Kampagne nicht ironisch oder satirisch kommentiert, sondern ist eine entspannte Darstellung eines Mannes in als traditionell weiblich gelesener Kleidung.

Und wie geht’s weiter?

Von der Verleihung erhoffen wir uns eine Strahlwirkung vor allem auch in die mittelständische Werbung, in der noch viel zu oft mit Sexismus und überholten Geschlechtsrollenstereotypen gearbeitet wird. Das traurige Resümee: Über die Werbemelder*in haben wir in den letzten Monaten über 1.000 Einreichungen beanstandeter Werbung erhalten, nur sechs Einsendungen für Positivbeispiele erhielt der Pinke Pudel. Es gibt also noch viel zu tun! Was den Pinken Pudel angeht, gibt uns die Medienstaatsrätin Jana Schiedek jedenfalls Rückendeckung und sagte uns, sie wird alles daran setzen, die Preisverleihung weiterhin regelmäßig in Hamburg stattfinden zu lassen. WORD!

 

Für uns war es ein verrückter Abend. Spannend, informativ, aber auch lustig und emotional. Vor allem hat es uns sehr berauscht, dass wir so viele Fäden, die wir Tag für Tag in der Hand halten, an diesem Abend zusammenführen und so viele unterschiedliche Leute miteinander ins Gespräch bringen konnten.

 

Am Ende feierten wir bis in die Nacht mit der fantastischen DJ Romana. Und wenn uns jemand fragt, wie der Pinke Pudel war: Er war noch viel pinker als wir uns das erhofft hatten.

Fotos: Tom Menz