Vor fast 25 Jahren gründete die Umweltaktivistin Heffa Schücking den westfälischen Verein Urgewald. Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe Mitstreiter*innen wollte sie durch Lobbyarbeit und effektive Kampagnen gegen die negativen Auswirkungen der deutschen Entwicklungs- und Wirtschaftspolitik vorgehen.

„Wir waren der Meinung, dass Deutschland als eine globale Wirtschaftsmacht auch eine Organisation braucht, die sich eben mit den Umwelt- und Menschenrechtsfolgen der Aktivitäten deutscher Banken und Konzerne im Ausland beschäftigt.“

Und es funktionierte! Nur 5 Jahre nach Gründung gelang es ihnen den Bau eines großen Dammes im Aru-Tal zu stoppen, welches eines der letzten ökologisch intakten Himalaya-Täler in Nepal ist. Außerdem spielte Heffa Schücking mit ihrem Verein  1997 eine wichtige Rolle:  Sie waren maßgeblich an der Veränderung der Richtlinien für die Vergabe der deutschen Exportkreditversicherungen (Hermesdeckungen) beteiligt. So gelang die Etablierung und Einhaltung strenger Umwelt- und Sozialstandards in diesem Bereich.

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Urgewald Team/Foto: Rasmus Schübel

Aber auch schon vor Urgewald war Heffa Schücking eine „Vollblut“- Umweltaktivistin. In den 80er Jahren stellte sie im Rahmen des Rainbow Memorandums die Verbindung zwischen dem Konsum in nördlichen Industriestaaten und der Zerstörung des tropischen Regenwaldes dar. Dabei machte sie die Verantwortung Deutschlands an der Zerstörung des Urwaldes deutlich und forderte das Ende dieser Zerstörung durch deutsche Finanzmittel. Für ihr Engagement in diesem Bereich wurde ihr 1994 der renommierte US-amerikanischen Goldman-Prize verliehen.

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Heffa Schücking/ Foto: Urgewald

Ihre Liebe zum politischen Aktivismus erklärt Heffa Schücking durch ihre Jugendzeit in den USA. Mit drei Jahren zog sie mit ihren Eltern in die USA, da ihr Vater als Astrophysiker eine Stelle in Texas annahm. Die Auseinandersetzung mit dem Vietnamkrieg erlebte sie hier hautnah und prägte sie. Zum Umweltaktivismus fand sie durch ihr Studium der Biologie, welches sie in Deutschland absolvierte. Hier lernte sie über Primaten, jene Affen, deren Lebensräume massiv bedroht werden. Die Nähe zwischen Menschenrecht und Umweltschutz wurde ihr somit noch einmal mehr deutlich und die Motivation Dinge zu Verändern noch größer.
Heffa Schücking, unser Role Model für den November: eine beeindruckende Frau, die schon enorm viel bewegt hat und wir sind gespannt, was sie in Zukunft noch alles bewegen wird.