Die 33-Jährige Laura Gehlhaar lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist Coach, Bloggerin und Autorin. In ihrem Blog Frau Gehlhaar schreibt sie über persönliche Erfahrungen, das Großstadtleben im Rollstuhl und manchmal auch über den dazugehörigen Sex. Witzig, smart und selbstironisch entschärft sie all die kleinen und großen Vorurteile: Geht das überhaupt? Gehen die™ dabei nicht irgendwie kaputt? Und was macht man da eigentlich genau.

Dabei gelingt es ihr mit Tabus zu brechen und die Normalität der Sache klarzustellen. Ihren Rollstuhl nennt sie dabei auch ihren „Arschlochfilter“, denn der zeige ihr genau, ob die Menschen, die ihr begegnen, etwas taugen oder nicht.

Mit welchen teilweise absurden Aussagen Rollstuhlfahrende im Alltag konfrontiert werden, können in dem von ihr ausgearbeiteten „Rollstuhlfahrer Bullshit Bingo“ nachvollzogen werden. Fragen wie „Kann man da noch was machen?“ oder Aussagen, à la „Du Arme…so hübsch und dann im Rollstuhl“, lassen ahnen, wie weit Inklusion in Deutschland tatsächlich gekommen ist. Solche Erfahrungen haben sie auch zum Schreiben gebracht.

Rollstuhlfahrer Bullshit-Bingo

 

Denn studiert hat Laura Psychologie und Sozialpädagogik in den Niederlanden. Wegen der Liebe und dem Job zog es sie anschließend nach Berlin, wo sie nun unter Anderem bei Sozialhelden e.V. daran arbeitet Menschen (egal aus welchem Kontext) füreinander zu sensibilisieren. Außerdem gestaltet sie hier die Online-Karte Wheelmap, auf der barrierefreie Orte gesucht, gefunden und eingetragen werden können.

Auf der Plattform Leidmedien.de schafft sie einen Raum, um über die Darstellungsweisen und Stereotype zu sprechen mit denen Menschen mit Behinderung häufig konfrontiert werden. Die Plattform hat sich zum Ziel gesetzt über Menschen mit Behinderung zu berichten. Hierdurch und durch ihren sehr persönlichen Blog schafft Laura Gehlhaar es einen Perspektivenwechsel anzuregen. Denn dieser ist, laut eigener Aussage, total wichtig, um Vorurteile und Stereotype gegenüber Menschen mit Behinderung abzubauen und ihnen entgegenzutreten. Ihr Wunsch ist eine Gesellschaft, in der Behinderungen als Vielfalt und Bereicherungen begriffen werden. Diese Idee können wir nur unterstützen, weshalb Laura Gehlhaar ein tolles Role Model für den Juli 2016 ist.

Ein spannendes Interview mit Laura gibt es im Doppelkopf bei DetektorFM. Viel Spaß!