Das neue Jahr beginnt auch für Pinkstinks mit guten Vorsätzen: Einer davon ist, dass wir in unsere Rubrik „Role Model des Monats“ neue, starke Vorbilder einstellen wollen. Auch, wenn es immer hektisch ist bei uns: So viel Zeit muss sein! Denn tolle Frauen* geben Kraft und inspirieren, gerade im dunklen Januar.

Deshalb möchten wir auch mit der grandiosen Susan Bagdach beginnen. Ein Wirbelwind, „neben dem wir lahm aussehen“, wie eine befreundete Aktivistin neulich zu uns sagte. (Stevie versucht das noch immer zu verkraften, sie macht Fortschritte!) Susan ist Mitbegründerin und Geschäftsführerin des interkulturellen Frauen und Mädchen Gesundheitszentrums Holla e.V.,  Gesundheitsexpertin, feministische Aktivistin, Musikerin und vieles mehr. Seit vielen Jahren setzt sie sich für einen dezidiert interkulturellen, antirassistischen Feminismus ein, der für Gewaltfreiheit, Geschlechtergerichtigkeit und Empowerment steht. Sie konzipiert Workshops und Vorträge, ist für pro familia in NRW unterwegs und für den Bundesverband der Frauengesundheitszentren deutschlandweit. Immer humorvoll und immer direkt.

Denn gerade in der Präventions- und Aufklärungsarbeit ist es wichtig, junge Frauen und Mädchen zu bestärken, indem Körperfunktionen wie die Periode enttabuisiert und die Dinge beim Namen genannt werden. Mit ihren 5+1=Meins Mädchenworkshops holt Susan die Monatsblutung aus der Ekelecke, in die sie überhaupt nicht gehört,

und arbeitet dafür mit dem Begriff und Modell der Vulvina,

der gerade deshalb so gut für Sexualaufklärung geeignet ist, weil er das vereinend beschreibt, was sonst oft falsch, trennend oder gar nicht benannt wird. Immer noch wird häufig von Vagina gesprochen, obwohl Vulva gemeint ist, und eine Gesamtbezeichnung grundsätzlich eher vermieden.

 

Susan ist uns darüber hinaus schon seit einigen Jahren freundschaftlich verbunden. 2014 haben wir sie in der Vorbereitung unserer GNTM Demo in Köln kennengelernt: Mit ihrem Talent zum Netzwerken und ihrer unglaublichen Energie hat sie uns enorm geholfen, die Veranstaltung auf die Beine zu stellen.

Damals wie heute ist klar: Aufklärung, Tanz, Beratung, Musik, Politik und Gesundheit – für Susan gehört all das zusammen und bedingt sich.

Und weil sie in ihren unfassbar vollgepackten Terminkalender offenbar kleine Zeitfenster zaubern kann (Fragt uns nicht, wie sie das macht, es ist uns ein Rätsel!), gibt es von Susan Bagdach nun auch ein Kinderbuch.

Die Wiese (die man hier direkt beim Verlag kaufen kann) ist ein berührendes, modernes Märchen über Toleranz, Ausgrenzung und die Vielfalt, die man nicht durch Einfalt und Normierung abtöten sollte. Susan sagt es durch die Blume

und gießt damit komplexe Themen in eine Geschichte, die mühelos verstanden werden kann.

Wir wünschen uns natürlich mehr von Susan. Mehr Bücher, mehr Workshops, mehr Beratung, Tanz und Gesang – auch wenn wir wissen, dass man sie dafür praktisch verdoppeln und verdreifachen müsste. Deshalb sind wir erst mal dankbar, dass es sie gibt. Und es gibt noch mehr Bagdachs, zum Beispiel ihre wunderbare Tochter Nura, die mit Herzblut gegen den Jungfernhäutchen-Mythos ankämpft und schon bei Lu zu Gast war:

Aber dies ist ein anderes, wunderbares Role Model, dem wir ein andermal huldigen werden.