Seitdem es Pinsktinks gibt, werden wir in regelmäßigen Abständen auch auf sexistische Kinoplakate aufmerksam gemacht. Wir haben gelegentlich darauf hingewiesen, hatten aber schon länger vor, das mal in einem größeren Rahmen zu problematisieren. Unser heutiger Anlass dafür ist “Dirty Grandpa”, der neue Film mit Robert De Niro. Darin spielt er einen Witwer, der nach dem Tod seiner Frau mit seinem Enkel aufbricht, um mitten im US-amerikanischen “Spring Break” noch mal so richtig Spaß zu haben.

Und was der Film als “so richtigen Spaß versteht” wird schnell klar. In seiner Rolle formuliert das Robert de Niro so:

“Das größte Geschenk, das ein Enkel seinem Großvater machen kann, ist eine heiße Studentin, die ungeschützten Sex mit ihm haben will, bevor er stirbt.”

Garniert wird das Ganze mit einem Filmplakat, auf dem De Niro einer jungen Frau auf den Hintern starrt, während sein Kollege Zac Efron einen Tankpistole als Penisersatz in Ihre Richtung hält. Das deutsche Filmplakat fragt zusätzlich noch, ob “man hart genug sei für eine Spritztour für Grandpa”. So weit, so (un)zweideutig.

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“Dirty Grandpa” ist jedoch kein Einzelfall. Selbst in dem speziellen Segment “Alte Männer starren auf die (Semi)Nacktheit junger Frauen gibt es andere aktuelle Beispiele. Den Film “Ewige Jugend” von 2015 beispielsweise.

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Und auch außerhalb dieses Segments werden Frauen seit Jahrzehnten als Objekte der Begierde inszeniert. Gerne ohne Zusammenhänge, Gesichter und in möglichst sexualiserter Weise. Ob nun beim James Bond Klassiker “Goldfinger” von 1965

Goldfinger

oder bei dem französischen Film “Les Infideles” von 2012.

Les Infedeles 2012

Frauenkörper dienen lediglich als Motiv für den männlichen Blick. Und der wird so stereotyp, so wiederkehrend gleich abgebildet, dass so manche Inszenierung quasi ein eigenen Subgenre innerhalb der Kinofilmplakate bildet.

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In diesem Fall der Blick zwischen die Beine einer Frau. Aber auch lasziv geöffnete Münder, von denen Blut tropft, scheinen es den Filmstudios angetan zu haben.

True Blood Jennifers Body

All diesen Inszenierungen gemein ist die Suggestion permanenter sexueller Verfügbarkeit. Ob Frau nun ein blutiges Schwert in der Hand hält

Red Sonja 2009

oder als Opfer für gefrässige Piranhas herhalten muss.

Piranha 3DD

So wird Weiblichkeit in der Kinowelt inszeniert – wieder und wieder. Bis auch der Letzte dem Märchen von der allzeit sexuell verfügbaren Frau aufgesessen ist und zugleich keinen Zusammenhang damit erkennen kann/will, wenn Männer Vergewaltigungen legalisieren wollen. Dabei ist längst klar, worin der besteht:

Ali G

Mit Objekten sollte Mann tun und lassen können, was er will.