Diese Pinkwatch stand schon länger an. Zum einen, weil wir uns von Autos mit sexistischen Motiven ein bisschen verfolgt fühlen. Ob wir die Kinder irgendwo hin kutschieren, an der Ampel auf Grün warten oder zu einem Vortrag fahren – über kurz oder lang rollt der Sexismus heran: Nackte Beine, die aus Kaffeebohnen ragen. Weibliche Hinterteile, die uns daran erinnern sollen, dass „Licht wirkt“.

 

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Eine sexualisierte Frau, die uns suggerieren soll, dass irgendwas an Bodenbelägen geil sein könnte.

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Uns fällt das sicherlich berufsbedingt mehr auf als anderen, aber trotzdem sind diese Bilder da.

Zum anderen haben diese Motive eine besondere Bedeutung für unsere politische Arbeit am Bundestag und unsere Diskussionen mit dem Werberat. Sie stehen für das Phänomen der sexistischen Werbung von mittelständischen Firmen und Betrieben, dem nur sehr schwer beizukommen ist. Diese Art von mobilem Sexismus hat eine große Reichweite und ist zugleich schwer dingfest zu machen. Und selbst wenn jemand so geistesgegenwärtig ist, ein Foto von der Krankenschwester für das Badezimmer zu schießen,

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um es anschließend an den Werberat zu schicken, erschöpfen sich dessen Maßnahmen maximal in einer Rüge. Eine Rüge kann ein durchaus machtvolles Instrument sein. Für Marktteilnehmende, die ein Image zu wahren haben, in den sozialen Medien aktiv sind und ihre Produkte unter anderem an Menschen verkaufen, die Wert auf sexismusfreie Werbung legen, ist so eine öffentliche Rüge genau das, was sie sein soll: Ein ordentlicher Schuß vor den Bug. Aber interessiert das eine Umzugsfirma?

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Glaubt wirklich jemand, dass so ein Wagen nach einer Werberatrüge umlackiert oder aus dem Verkehr gezogen wird? Tangiert so eine Rüge eine lokale Dachdeckerei?

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Denn eines muss an dieser Stelle ganz klar gesagt werden: Der Werberat rügt solche Motive durchaus. 2015 zum Beispiel diese.

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Soweit wir wissen, interessierte das die Unternehmen jedoch herzlich wenig – die Wagen fahren immer noch herum. Das Rügen ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung, geht und allerdings nicht weit genug. Es braucht fundierte und differenzierte Kriterien für die Einschätzung von geschlechterdiskriminierender Werbung. Und es braucht im Zweifelsfall deutlich mehr als eine Rüge. Es braucht ein Verbot der schlimmsten Auswüchse von Sexismus in der Werbung. Es braucht unsere Gesetzesnorm §7aUWG. Denn mit einer Recyclingfirma, die mit einem halbnackten Frauenkörper und dem Slogan „Fett absaugen ohne Schmerzen!“ wirbt, ist das Ende der Zumutungen längst noch nicht erreicht.

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Pinsktinks Team