Was ist Pinkstinks?

Pinkstinks ist eine junge Protestorganisation, die gegen Produkte, Werbe- und Medieninhalte agiert, die Kindern eine limitierende Geschlechterrolle zuweisen. Die „Pinkifizierung“ trifft Mädchen und Jungen gleichermaßen – wir wirken diesem Trend entgegen. Mit Theaterarbeit an Schulen, Vorträgen, Kampagnen gegen Germany’s next Topmodel und sexistische Werbung sowie durch Gespräche mit der Politik.

An wen richtet sich Pinkstinks?

Pinkstinks ist organisierter Stunk gegen Gender-Marketing und Sexismus in der Werbung. Unsere Kampagnen richten sich an Eltern, Lehrende und Menschen, denen es stinkt, dass Kindern durch die Wirtschaft starre Geschlechterrollen vorgegeben werden. Adressaten unserer Petitionen und Online-Proteste sind Industrie und Politik. Wir möchten, dass sie – ausgehend vom Gleichstellungsgebot im Grundgesetz – mehr Möglichkeiten für junge Menschen schaffen, sich zu entfalten.

Was ist das Problem mit Gender-Marketing und Sexismus in der Werbung?

Klare Geschlechterrollen helfen der Wirtschaft: Alles muss doppelt verkauft werden. Die Illusion des perfekten Geschlechts feuert den Konsum an. Leidtragende sind Mädchen, die schön und sanft, und Jungen, die stark sein müssen. Während Deutschland Nachwuchs-Ingenieurinnen sucht, gehen Bagger und Bauklötze nach wie vor an die Jungen. Mädchen lernen den perfekten „Walk“, nicht mit der Faust auf den Tisch zu hauen. Männer sollen nicht weinen aber Elternzeit nehmen: Wie das, wenn Puppen für sie tabu waren?

Was tun wir?

Wir führen Gespräche mit Bundestagsabgeordneten, um Sexismus in der Werbung zu thematisieren, wir bieten Theater- und Bildungsarbeit an Schulen, um Kinder gegen Gender-Marketing zu ermächtigen und wir kämpfen mit Online-Protesten und Öffentlichkeitsarbeit für mehr Vielfalt jenseits zarter Prinzessinnen und starker Helden.

Was tun wir nicht?

Was wir nicht tun, ist Pink zu verteufeln. Wir fordern auch nicht, dass alle Mädchen ungeschminkt, verrückt nach Mathe sein und Skateboard fahren müssen. „Pinkstinks“ ist der verzweifelte Ausruf von Eltern, die bei H&M für ihre Tochter in die Jungenabteilung gehen müssen, um für sie eine Hose zu finden, mit der sie auf Bäume klettern kann. „Pinkstinks“ ist die Wut der Eltern, dessen Sohn Pink als Lieblingsfarbe hat und dafür in der Schule gemobbt wird. Es ist nicht die Farbe, die stinkt, sondern die Tatsache, dass sie nur Mädchen zugeordnet wird. „Pinkstinks“ ist die Wut auf eine Marktwirtschaft, die diese Einteilung vornimmt und das Zugehörigkeitsbedürfnis von Kindern ausnutzt, um zwei komplett getrennte Welten aufzumachen: Blümchen versus Dinosaurier. Gefühle versus Stärke.

Pinkstinks agiert für vielfältige Mädchen- und Jungenbilder. Wir sind nicht gegen die pinke Schleife der Brustkrebs-Aufklärung. Wir führen keine Kampagnen gegen die Telekom. Wir pupen nicht auf Rosa von Praunheim, wie uns schon vorgeworfen wurde. Wir erheben uns nicht über Menschen, die ihre Töchter oder sich selbst gerne in Pink kleiden. Wir wissen, dass es Mädchen gibt, die Pink tragen und erstklassig Fußball spielen. Es geht uns nicht um individuelle Beispiele sondern um gesamtgesellschaftliche Prozesse. Es geht um Wirtschaftsmacht, Homophobie und Sexismus in der Werbung. Wir sind der Verein gegen die Pinkifizierung im neoliberalen Spätkapitalismus. Rockt nicht? Siehste. Deshalb: Pinkstinks.