Boxprofi tritt gegen Prinzessin an. Ein Kampf gegen Rollenklischees.

Sarah Scheurich und PINKSTINKS haben etwas gemeinsam: Beide kämpfen gegen Sexismus. Im Fall von Sarah Scheurich passiert das nicht nur im übertragenen Sinne, sondern wirklich. Denn Sarah ist vierfache Deutsche Meisterin, olympische Boxerin und war die erste Frau, die in Deutschland an einer Sportschule Boxen trainiert hat. Damit eroberte sie auch für Frauen einen Sport, der vornehmlich Männern vorbehalten zu sein scheint und machte traurigerweise Erfahrungen mit Sexismus und Machtmissbrauch.

Ein PR-trächtiger Kampf: Fighterella vs. Cinderella

Sarah hat wie wir genug von den Stereotypen, die Mädchen und Frauen in veraltete Rollen drängen. Die Frau als »Prinzessin«. Die nichts anderes zu tun hat als leise zu sein, gut auszusehen und in Erwartung ihres Prinzen zu lächeln. Dieser Prinzessin wollten wir an den rüschigen Kragen. Und inszenierten aufmerksamkeitstark einen Kampf, bei dem antraten: Boxprofi Sarah Scheurich alias Fighterella (wie Sarah auf Instagram heißt) gegen Cinderella.

Den epischen Kampf Fighterella vs. Cinderella filmten wir natürlich und brachten den Film in die Feeds der Menschen auf Social Media. Aber anders als vielleicht jetzt zu erwarten wurde keine der beiden Kämpferinnen handgreiflich, denn der Kampf gegen Sexismus ist ein Kampf mit Worten. Und so holte Fighterella aka Sarah nur vor dem Mikro aus, um ein Frauenbild zu propagieren, das ohne Klischees auskommt. Box. Kampf. Sieg ­­- Cinderella dankt dem Prinzessinen-Dasein ab. 

Aufklärung über Klischees, die wir trotz aller Reflektiertheit internalisiert haben, erhofften wir uns nicht nur für Cinderella – sondern für alle anderen von diesem Film. Um gerade Mädchen und junge Frauen zu ermutigen ihren eigenen Weg fernab traditioneller stereotyper Erwartungen zu gehen. So wie es Sarah tut. Denn Sarah Scheurich kämpft nicht nur im Ring für ein anderes Frauenbild ­­­­- sie kämpft auch gegen körperliche Bewertungen, gegen sexualisierte Gewalt. 2018 war sie eine der Iniator*innen der Kampagne „Coach, don’t touch me“. 

Eine Kampagne, die nach Bekanntwerden eines Missbrauchsvorwurfs gestartet wurde. Kein Einzelfall, sondern wie es spätestens seit der #Metoo Bewegung bekannt ist: ein strukturelles Problem. Auch im Sport.
Das Video vermittelt Body-Positivity und empowert. So konnten wir es in zahlreichen begeisterten DMs und Kommentaren auf Social Media lesen. Sowohl auf den PINKSTINKS Kanälen als auch auf denen von »Fighterella« erreichten wir Tausende von jungen Menschen. Die Kampagne war also ein schlagender Erfolg. 

So erfolgreich, dass wir uns dann noch über einen Preis freuen konnten. Uns wurde 2022 der renommierte »German Design Award« in der Kategorie »Excellent Comunication verliehen«. Am meisten gefreut hatte uns aber, dass wir pünktlich zur Weihnachtszeit – einer Zeit also, in der es vor Prinzessinnen und Prinzen im Fernseh- und Streaming-Angebot nur so wimmelt ­- mit einem ganz anderen Bild von Cinderella überzeugen konnten. Credits für die schlagkräftige Produktion gehen an: Sarah Scheurich alias Fighterella, Lara Wichels als Darstellerin und Regisseurin, Sprecher Andreas Grötzinger und Jendrik Wichels für Kamera & Schnitt. Die B-Kamera übernahm Eike Marquardt, Maskenbildnerin ist Melina Lenz. Die Fotograf*innen der Kampagne sind Rhea Sahl und Jendrik Wichels.  

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