2024

Januar

Das Jahr begann in Klausur: einer Teamklausur mit intensivem Austausch über die Ziele von PINKSTINKS, sinnvollen Kommunikationswegen, Botschaften und Produkten. Mit dieser Grundlage konnte das Jahr starten.

Und rückblickend auf einen – für viele anstrengenden – Jahreswechsel war es mal wieder an der Zeit, alte Stereotype in heterosexuellen Partner*innenschaften zu hinterfragen. Autor Nils Pickert formulierte es so: »Ehe sollte für heterosexuelle Frauen mit einem Warnhinweis kommen« und plädierte in seinem Artikel für: »Rein in die Friendzone«.

Februar

Februar, Zeit der Narren und Jecken. Was wir wirklich »narrisch« finden, ist, dass Karneval noch immer mit Kostümen daherkommt, die – obwohl diskriminierend – gedankenlos übergestreift werden. »Zu viel Wind um Karneval?« ist ein Text, den wir euch auch fernab der Faschingszeit ans Herz legen möchten.
Diskriminierungssensibel zu agieren, kann sich auch hören lassen. An unserer Sprache. Und ja: Auch uns im PINKSTINKS Team fällt das nicht immer leicht. »Warum wir gendern«? Etwas anderes als immer weiter zu lernen, auch wenn es sich ungewohnt und kompliziert anfühlt, kommt für uns nicht infrage. Um unsere Learnings zu teilen und es anderen einfacher zu machen, haben wir dann auch in unserem Newsletter eine neue Rubrik eingeführt, die praktische Tipps zum Gendern bereithält.
Die Recherche Ergebnisse von Correctiv »Geheimplan gegen Deutschland« waren Schock und Ansporn zugleich: Jetzt erst recht gegen rechts. Zum Beispiel mit unserem Artikel »15 Dinge, die ihr gegen rechts tun könnt«, den wir über Social Media gespreadet haben.
»Männlichkeit«. Was ist das eigentlich? Dieser Frage ging unser Autor Nils Pickert auf den Grund. Der Artikel »Männlichkeitsarchäologie« ist das Ergebnis von vielen Gesprächen, die Nils mit unterschiedlichen Männern geführt hat.

März

Gemeinsam sind wir LAUTER. Deshalb suchen wir breite Bündnisse. So wie das Bündnis »Gemeinsam gegen Sexismus«, das sich mit vielen Mitstreiter*innen für eine geschlechtergerechte Welt einsetzt. Auch für den 8. März, den feministischen Kampftag, haben wir Bündnisse gesucht. Monate schon hatten wir daran gearbeitet, um am Tag selbst mit vielen Menschen und vielen Aktionen auf feministische Anliegen aufmerksam zu machen. Denn der Status quo ist #NichtGenug. Ein Blick auf die Statistik zeigt, wie viel tatsächlich »nicht genug« ist. In unserem Manifest, nein: FEMIFEST* findet sich eine Sammlung an traurigen Fakten, die aufzeigen, wie notwendig unsere Arbeit noch immer ist. Unterschrieben wurde das FEMIFEST* von über 100 namhaften Verbündeten und wurde verschiedenen Politiker*innen postalisch und persönlich übergeben. Noch nie sind wir ein so großes Bündnis eingegangen!
Das war aber noch nicht alles. Am
8. März haben wir unsere #NichtGenug Botschaften auf Hamburgs Straßen per Sprühkreide und Schablone verteilt, gefühlt unzählige Postings abgesetzt (ok, es waren 12) und waren in über 200 Kommentarspalten – von Blume Ideal und Baby Walz bis FDP und Bundeswirtschaftsministerium unterwegs, um beschwichtigende Beiträge im Sinne von »Wieso, passiert doch was?« mit einem #NichtGenug zu kontern und uns mit Hinweis auf die vielen alarmierenden Fakten nicht für Blumensträuße, Pralinen oder Waschmaschinenrabatt am »Weltfrauentag« zu bedanken. Ein Tag, der uns gleichermaßen glücklich gemacht hat und sehr erschöpft. Denn ja: auch dieser eine Tag ist #NichtGenug.

April

Im April diskutierte Deutschland über die Neuregelung des Elterngelds. Und wir diskutierten mit. Denn für uns ging es nicht einfach nur um Einkommensobergrenzen, sondern um »Staatlich verordnete Elternkonkurrenz«.

Dass es sinnvoll ist, vorsichtig mit Sprache umzugehen, ist ja bekannt. Weniger bekannt ist, dass diese Vorsicht auch bei den allseits beliebten Emojis angebracht ist. Grund genug für einen Text unserer Kollegin Lena über »Die Macht der Emojis«.

Machtmissbrauch, körperliche Übergriffe, sexualisierte Gewalt. Noch immer traurige Realität. Wenn aber immer wieder den Tätern Raum gegeben wird – das macht uns einfach nur wütend. So nämlich geschehen bei Luke Mockridge und Till Schweiger. Nils Artikel »Das bisschen Machtmissbrauch« beleuchtet die mediale Unterstützung beim Versuch einer Rehabilitierung, wo es nichts zu rehabilitieren gibt. Nicht mit uns! Die Reaktion auf feministische Intervention kommt häufig mit dem Vorwurf von Cancel-Culture daher. Aber wer hat die Macht, wen zu canceln? Nils Pickert wagt eine Analyse in »Kuscheln oder canceln«.

Apropos Cancel-Culture. Die Unsicherheit vor Shitstorms – ob Social oder im Alltag – ist bei einigen groß. Und das fängt schon mit der Unsicherheit bei der Verwendung von den richtigen Begriffen an. Grund genug für uns, ein Glossar zu starten, das viele Begriffe richtig einordnet.

Mai

Seit Jahrhunderten gibt es Bemühungen, Emanzipationsbestrebungen als lächerlich, übertrieben oder sogar »unweiblich« abzutun. Warum das so ist, schaut sich Nils Pickert in seinem Artikel »Das hat sie jetzt davon« genauer an.

Jedes Jahr im Mai zelebrieren Unternehmen und (Hetero-)Familien den Muttertag. Und wie jedes Jahr ordnen wir diesen zwischen Kommerz und Stereotypen aufs Neue auf Instagram, Facebook und LinkedIn ein. Unsere Arbeit auf unseren Social-Kanälen ist nicht nur inhaltlich stark (ja, das können wir ganz frech mal so stehen lassen), sondern wir erreichen wirklich viele! Im Mai durften wir denn auch die oder den 100.000te Follower*in auf Instagram begrüßen. Wow! Einfach nur wow.

Die Berichte von Übergriffen auf den Rammstein Konzerten reißen nicht ab, wohl aber die Ermittlungen. Denn ein Verfahren gegen Till Lindemann kam nicht zustande. Ohne Worte. Einige hatten wir dann doch dazu: »Tausendmal ist nichts passiert«.

Gruppen Coming-Out im Fußball? Ex-Fußballer Markus Urban hatte das zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie organisiert, um queere Fußballer zu unterstützen. Ist das sinnvoll? Der Aktivist Max Rogall alias @321maxx ordnet es kurz vor Pride Month für uns ein. Auch Autorin Alexandra Stanic richtet vor dem Pride Month noch ein paar Worte an alle Nicht-queeren Menschen: »Warum Pride Protest ist – auch für hetero Personen«. Denn ein starres Weltbild bekämpfen wir nur alle zusammen.

Juni

Schon im Mai hatten wir unser neues Format »Tampon Talk« angekündigt und ein erstes Video gepostet und im Juni kamen dann die nächsten. In Kooperation mit Plan International Deutschland hatten wir wunderbare Expert*innen zum Thema Menstruation befragen können: Franka Frei zu »Ist Menstruation was Privates? «, Maxi-Bethge Lewandowski »Essen oder Tampons kaufen?« und Magdalena Zidi »Aufklärung? Viel zu spät«. Geführt wurden die Interviews gewohnt gekonnt von Lara Wichels und Jamie Watson.
Über Spenden und Förderungen freuen wir uns ja sowieso wie die Schneekönig*innen. Über die Unterstützung von Foodloose aber ganz besonders. Denn an jedem verkauften Foodloose Riegel war PINKSTINKS und damit das Engagement für eine gerechter(re) Welt beteiligt. Mehrere Tausend Euro kamen so für unsere Arbeit zustande.
Am 6. Juni 1971 erschien ein Stern Cover mit 374 Frauen, die öffentlich machten, abgetrieben zu haben. Epic. 53 Jahre später gab es § 218 immer noch und unser Autor Nils Pickert fragt sich, warum »immer noch über Schwangerschaftsabbrüche reden«?!

»So divers wie noch nie« lautete die Ankündigung zur 19. Staffel Germany‘s Next Topmodel. Grund für uns, das genauer anzuschauen. Unser Fazit: »Wenn Vielfalt zur Show wird«.
Und noch etwas warf seine Schatten voraus. Die Fußball-WM. Und mit ihr viel Alkohol. Warum das kein Grund zur Freude war, erläutert Nils in »Fußballbierchen«. Wo sind eigentlich die Frauen und queeren Personen im Handwerk? Fragte sich unsere Autorin Anni und konstatiert nach umfangreicher Recherche und Interviews eine »Baustelle Vielfalt«.  

Juli

Schwer zu tragen hat Mensch es nicht mit unserem neuesten Mitglied im Shop: Die wunderschöne »Tote Bag« – oder auch einfach Jute-Beutel – kommt als Beweis daher, dass Feminismus tragfähig ist. Bereit für Einkäufe oder auch Badesachen, der Besuch im Freibad ist schließlich Highlight eines jeden Sommers. Womit wir beim Thema wären: »Oberkörperfrei« entspannt im Freibad ist bisher nur einer Hälfte der Menschheit vergönnt. Autor Linus Giese denkt in seinem Buchkapitel aus der Anthologie »Brüste« über ein zutiefst subjektiviertes Körperteil nach.

»Unter 24/7 Beobachtung: Unser Körper« können wir nicht nur für Brüste attestieren. Unsere GF Ariane blickt hinter wohlmeinende Komplimente und enttarnt diese als das, was sie sind: Sexismus.

Grenzüberschreitendes Verhalten lässt sich nicht nur an unerwünschten Körperkommentaren ablesen. Unter dem Deckmantel von Romantik werden uns verschiedenste Formen von Übergriffigkeit als »normal« weisgemacht. Der Grat zwischen Romantik und Red Flag ist von Filmen bis zu Tipps von selbsternannten Datingcoaches schmal, konstatiert auch Nils in »Romantische Übergriffigkeit«.

Den Juli beschlossen wir dann noch mit den zwei letzten Folgen von »Tampon Talk«: mit der Studentin Tamara »Mit Power für Menstruationsgerechtigkeit an Unis« und mit dem wunderbaren Creator und Arzt Mertci zum Thema »Welche Schmerzen sind normal?«.

August

Wie jedes Jahr pausierten wir bei PINKSTINKS im August, um innezuhalten, Pläne zu schmieden und, na klar, auch Urlaub zu machen. Dieses Jahr stand schon der August im Zeichen des Website-Relaunches, an dem wir im Hintergrund mit Blick aufs große Ganze und aufs kleinste Detail werkelten. Zu sehen war die neue Website erst Anfang 2025, aber ein so großes Projekt braucht schließlich schon früh viel Zeit und Aufmerksamkeit. Raum für das große Ganze nahmen wir uns auch Ende August wieder bei unserer Klausur. Welche unserer Ziele haben wir umgesetzt? Welche unserer Ziele gilt es angesichts der politischen Lage zu justieren? Wie lautet die Mission?

September

September ist Safe Abortion Day. Und damit wieder ein Anlass über den unsäglichen § 218 zu diskutieren. Zu diskutieren gibt es dazu eigentlich nichts mehr: Schwangerschaftsabbrüche sind eine Gesundheitsleistung und gehören nicht ins Strafgesetzbuch. Blockiert wurde diese Änderung aber immer noch von der Politik, allen voran von Justizminister Marco Buschmann. Wir starteten deshalb eine Kampagne, um gemeinsam dagegen zu halten. Wir stellten eine Mailvorlage an Marco Buschmann, die Community mailte mit. Wie Hunderte von Mails das Postfach des Justizministers verstopft haben, bekamen wir nicht mit. Wohl aber eine beeindruckend engagierte Community, die mit uns laut wurde.

Oktober

Im Herbst blickte unsere wunderbare Autorin Anni anlässlich des »Weltmädchentags« zurück auf ihre Jugend und damit auf einen Gegenstand in ihrem Kinderzimmer: »Ein Taschenalarm gegen das Patriarchat». Surprise – in der Rückschau enttarnt sie jede Menge Sexismus. Sexismus schon in jungen Jahren können wir eigentlich verhindern. Dazu müssen wir nur reflektierter und sensibler mit Kindern & Jugendlichen umgehen. Um das möglich zu machen, stellen wir Materialien für die Schule bereit. Dank vieler Spenden konnten wir auch im Oktober zig Schulen mit dem »Arbeitsheft gegen Sexismus« ausstatten.
Viele Menschen haben sexualisierte Gewalt erlebt. Und doch lesen wir im Oktober ungläubig im Spiegel: »Ich kenne in meinem Umfeld niemanden, bei dem das so ist« Unser großartiger Autor Nils setzte sich flugs an die Replik und kontert in seinem Text »Männerrechte auf dem Nacken von Frauen« mit Analyse statt »Gibt’s nicht, weil kann ich mir nicht vorstellen«.

November

Auch vor Männern macht der gesellschaftliche Druck durch überholte Stereotype nicht Halt. Brauchen Männer eine Body-Positivity-Revolution, die akzeptiert, was real ist? »Ja!« lautet die Antwort von unserem Autor Nils Pickert in »Männerkörper. Unter Druck?«
Der PINKSTINKS Newsletter, den unsere tolle Kollegin Ulrike schreibt, ist ohnehin schon eine Bereicherung (und hiermit große Empfehlung). Im November lüfteten wir aber hier auch ein Projekt, von dem ihr noch viel hören werdet: FEMINISTISCH VERBÜNDET. Wir wollen nämlich ein großes feministisches Netzwerk gegen Rechtsextremismus aufbauen. Ein Netzwerk aus Aktivist*innen, Gruppen, Initiativen und Organisationen, damit eine Art Unterstützungsnetzwerk entsteht und wir damit gemeinsam noch wirksamer verändern können.
Das ist genau jetzt umso wichtiger, als dass es seit November durch das Ampel-Aus und den Ausgang der US-Wahl mit einem neuen Präsidenten namens Trump einmal mehr Solidarität, Verbundenheit und Unterstützung untereinander braucht.

Dezember

Für Menschen, die Weihnachten feiern, stellen wir jedes Jahr Geschenkideen zusammen. Auch dieses Jahr inspirierten »12 feministische Geschenkideen« zu Aufmerksamkeiten wie Bücher, Schmuck oder Kunst.
Antifeminismus, der nicht erst seit der US-Wahl und der bald startenden Bundestagswahl eine Rolle spielt, ist »Das trojanische Pferd des Rechtsextremismus« – ein Text voller kluger Beobachtungen von Autorin Hami Nguyen. Typen wie Trump machen es vor: Sie feiern antifeministisches Verhalten als »Stärke« und fördern veraltete Rollenbilder. Autor Nils hat eine treffende Beschreibung für dieses Phänomen: »Die gefährlichen Cheerleader toxischer Männlichkeit«.

Fazit

Das Jahr endete, wie es begonnen hatte. Kämpferisch. Nur noch kämpferischer. Dabei hatte es 2024 echt in sich: Neben all der Aufklärungsarbeit auf Social Media, wo wir immer wieder in hoher Taktung auf aktuelle Geschehnisse reagiert hatten, gab es noch so viel mehr. Angefangen bei der Beratung, die von Privatpersonen bis Unternehmen genutzt wurde. Oder Vorträgen, Workshops oder Fachtagen, die vor allem in Bildungseinrichtungen gebucht wurden. Dorthin reisten auch unsere Vorständinnen Jamie Watson und Lara Wichels, um schon die Jüngsten mit ihrer Theaterarbeit für Sexismus zu sensibilisieren. Und nicht zuletzt entstand im Hintergrund dann der Aufbau einer neuen Plattform, die wir FEMINISTISCH VERBÜNDET nennen, während gleichzeitig an der neuen Website gearbeitet wurde. All das wäre ohne euch nicht möglich gewesen. Zusammen konnte dann auch 2025 kommen. Mit immer wieder neuen Herausforderungen und genauso immer wieder neuen Lösungen. Wir machen weiter. Denn PINKSTINKS braucht es mehr denn je.

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