2025
Starker Start ins neue Jahr: Am 19. Januar haben wir Berlin gezeigt, wie laut Solidarität sein kann. Gemeinsam mit 15.000 Menschen sind wir beim FLINTA March* in Berlin für Gleichberechtigung und gegen jede Form von Diskriminierung auf die Straße gegangen.
Politisch engagiert ging es weiter – in Hamburg waren wir Kooperationspartnerin der Heinrich-Böll-Stiftung für das Event »Wo bleibt der Aufschrei?«. Im Fokus stand die Zunahme von Gewalt gegen Frauen, Queers und Migrantinnen. Im Fokus stand die Frage, wie marginalisierte Gruppen Gewalt erfahren und warum Hilfe oft schwer zu finden ist.
Gleichzeitig gab es bei uns im Team Konfetti-Regen – unsere neue Website ging live! Nach monatelanger Tüftelei ist pinkstinks.de sicherer, schneller, besser zugänglich und vollgepackt mit Tipps. Highlight ist unsere Datenbank mit über 1.000 Anlaufstellen. Egal ob Gewaltschutz, Safe Spaces oder Elternberatung – hier findet ihr unbürokratisch Hilfe im jeweiligen Bundesland.
Kurz vor der Bundestagswahl zeigte sich, woher der politische Wind weht. Die CDU/CSU-Fraktion attackierte NGOs wie PINKSTINKS mit einer Kleinen Anfrage. 551 Fragen sollten die politische Neutralität infrage stellen. Unsere Antwort? Gemeinsam mit 200 Akteur*innen unterzeichneten wir einen offenen Brief an die Unionsfraktion. Eine starke Zivilgesellschaft ist das Fundament der Demokratie.
Auch fachlich gab es Anerkennung: Der Beltz-Verlag nutzt für das neue Kartenset »Sexualisierte Gewalt im Jugendalter« gleich mehrere PINKSTINKS-Inhalte. Damit bekommen Fachkräfte wertvolle Tools, um Jugendliche zu sensibilisieren und Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. Das finden wir natürlich super.
Als Würdigung ihres unermüdlichen feministischen Engagements bekam PINKSTINKS-Gründerin Stevie Schmiedel im April das Bundesverdienstkreuz am Bande. Wir platzen fast vor Stolz und gratulieren Stevie von Herzen.
Vorhang auf! Unsere Theaterpädagoginnen Jamie Watson und Lara Wichels touren seit Jahren mit zwei Schultheaterstücken durchs ganze Land. Ob Prävention gegen Essstörungen mit »Vielfalt ist Schönheit« oder Empowerment gegen Mobbing und Diskriminierung mit »David und sein rosa Pony« – die Nachfrage war so riesig, dass wir die Warteliste schließen mussten. Ab Mai gab's aber endlich wieder neue Termine!
Feministische Visionen im Stadtbild. Vom 20. bis zum 30. Juni haben wir gemeinsam mit der Stadt Hamburg eine große Plakataktion gestemmt und über 1,1 Millionen Menschen erreicht! An 18 Wänden prangten von uns gestaltete Großplakate. Unter dem Motto »Es wird einmal …« haben sie gezeigt, wie eine feministische Zukunft aussehen könnte. Denn eine gleichberechtigte Welt ist machbar.
Im Juli ging der allererste »FEMINISTISCH VERBÜNDET«-Newsletter raus! Alle zwei Monate teilen wir eure Angebote und Gesuche, um Vernetzung und Solidarität zu fördern: Wissensaustausch, gegenseitige Hilfe, Treffen, die Gründung neuer Initiativen… Die Resonanz war enorm: Schon die erste Ausgabe hatte an 2.400 Abonnierende. Seitdem wächst das Netzwerk stetig. Warum ist das so toll? Weil ein starkes, lebendiges Netz Halt gibt und rechte, antifeministische Strömungen zurückdrängt. (Die Anmeldung läuft übrigens nur über Einladung, um den Raum geschützt zu halten.)
Wie jedes Jahr pausierten wir bei PINKSTINKS im August, um innezuhalten, Pläne zu schmieden und, na klar, auch Urlaub zu machen. Dieses Jahr stand schon der August im Zeichen des Website-Relaunches, an dem wir im Hintergrund mit Blick aufs große Ganze und aufs kleinste Detail werkelten. Zu sehen war die neue Website erst Anfang 2025, aber ein so großes Projekt braucht schließlich schon früh viel Zeit und Aufmerksamkeit. Raum für das große Ganze nahmen wir uns auch Ende August wieder bei unserer Klausur. Welche unserer Ziele haben wir umgesetzt? Welche unserer Ziele gilt es angesichts der politischen Lage zu justieren? Wie lautet die Mission?
Trommelwirbel! Im September hat Brand New Bundestag uns den »Progressive Voices Award 2025« in der Kategorie »Public Voice« verliehen. Das verdanken wir ganz allein unserer fantastischen Community, die für uns abgestimmt hat. Tausend Dank an euch!
Premiere für unsere erste »Feministische Sprechstunde«! In dem Videoformat beantworten Expert*innen Fragen direkt aus der Community. Den Auftakt machten Rollenklischees bei Kindern: Journalist und Autor Nils Pickert diskutierte mit Vorständin Lara Wichels über toxische Männlichkeit, Klischees und geschlechtssensible Erziehung. Denn wir brauchen dringend neue Vorbilder.
Im November haben wir unsere ersten interaktiven Workshops für die sechste bis zehnte Klasse gestartet. Die Kinder und Jugendlichen haben Mut-Plakate gebastelt, Komplimente-Wände gestaltet und über Sexismus diskutiert. Das Feedback war überragend. Das freut uns natürlich sehr, denn wir wollen der zentrale Knotenpunkt für feministische Jugendbildung werden – online wie offline, bundesweit und vernetzt. Für eine gerechte Zukunft.
Zum Jahresabschluss gab es noch eine fachliche Empfehlung. Die städtisch geförderte »Berliner Jury gegen diskriminierende und sexistische Werbung« hat unsere Broschüre »Beton ohne Brüste. Tipps für diskriminierungsfreie Kommunikation in Industrie, Handel und Handwerk« in einen neuen Leitfaden aufgenommen. Werbetreibende dabei zu unterstützen, ihre Kommunikation diskriminierungssensibel aufzubauen, ist entscheiden für eine Werbewelt ohne Sexismus.
Das Jahr endete, wie es begonnen hatte. Kämpferisch. Nur noch kämpferischer. Dabei hatte es 2024 echt in sich: Neben all der Aufklärungsarbeit auf Social Media, wo wir immer wieder in hoher Taktung auf aktuelle Geschehnisse reagiert hatten, gab es noch so viel mehr. Angefangen bei der Beratung, die von Privatpersonen bis Unternehmen genutzt wurde. Oder Vorträgen, Workshops oder Fachtagen, die vor allem in Bildungseinrichtungen gebucht wurden. Dorthin reisten auch unsere Vorständinnen Jamie Watson und Lara Wichels, um schon die Jüngsten mit ihrer Theaterarbeit für Sexismus zu sensibilisieren. Und nicht zuletzt entstand im Hintergrund dann der Aufbau einer neuen Plattform, die wir FEMINISTISCH VERBÜNDET nennen, während gleichzeitig an der neuen Website gearbeitet wurde. All das wäre ohne euch nicht möglich gewesen. Zusammen konnte dann auch 2025 kommen. Mit immer wieder neuen Herausforderungen und genauso immer wieder neuen Lösungen. Wir machen weiter. Denn PINKSTINKS braucht es mehr denn je.