Kürzlich berichtete BUST von einer neuen App die Mädchen anhand einer Figur das masturbieren beibringen soll. Schon ohne einen deutlichen Hinweis darauf, dass Transidentität wieder einmal nicht mitgedacht wurde, ist die Herangehensweise etwas gewöhnungsbedürftig. “Happy” heißt das Ding aus HappyPlayTime und soll vor allem beibringen dass “sich glücklich machen keine Sünde ist.”

Ob man nun das Ganze seltsam findet, nicht inklusiv genug, oder kindisch mal beiseite gestellt – es fühlt sich in der Tat eher seltsam an wenn Selbstbefriedigung im Stil eines Pokémons daherkommt – ist es doch dennoch, ja, nötig.

Ich bin in einer zeit aufgewachsen als Teenage- Filme groß in Mode waren: An American Pie erinnern sich wohl alle noch. Das Thema der meisten: SexSexSex. Endlich, man redet darüber. Bullshit. Wo Jungs in Filmen masturbiert haben, die Pubertät für sie als ein einziges, zugegeben krass übertriebenes *geilgeilgeil* daherkam, kamen alle anderen in den Filmen, Werbungen und Stories als Randerscheinung vor.

Was da war, waren Frauen als Sexobjekte, je mehr umso besser: “Gotta catch´em all” heißt es bei Pokémon, was damals auch die Devise bei der “Beute” war: je mehr Frauen, umso besser. Weibliche Masturbation der eigenen Lust willen, sexuelle Lust für einen selbst und nicht als Lesben-Porno-Fantasie war da eher Randnotiz, oder übertriebener Gag.
Zurzeit gibt es einen Trend was Masturbations-Apps und Programme anbelangt: Eine der prominentesten (und wohl auch wirklich funktionierenden) Beispiele ist da OMGYES! das mittlerweile so populär ist, dass sogar Emma Watson (in einem Gespräch mit Gloria Steinem sich laut dazu bekennt.

Auch wenn man Pokemon-Vulvas wie “Happy” als gewöhnungsbedürftig empfinden mag, ist es doch gut dass der weibliche Orgasmus mehr in den Vordergrund tritt.

Und “Gotta catch´em all” trifft ja dann doch auch irgendwie auf Orgasmen zu.