One Billion Rising 2013 war wahrscheinlich der größte und medienwirksamste Flashmob, den die Welt je erlebt hat. Alleine in Deutschland wurde in über zweihundert Städten zum Song „Break the Chains“ (Spreng die Ketten) auf offenen Plätzen, in U-Bahnen und auf der Straße getanzt. In Hamburg tanzten wir an zehn verschiedenen Orten, an denen sich immer wieder Fremde umarmten und Passanten interessiert Flyer von feministischen Organisationen mitnahmen. Am Ende des Tages tanzten so viele Menschen am Jungfernstieg, dass der Verkehr nicht mehr durchkam. Wer nicht weiß, was One Billion Rising ist, oder was letztes Jahr am 14.02.2013 los war, sieht hier die Zusammenfassung.

Geplant wurde dieses deutschlandweite Event von vielen einzelnen Organisationen: Der Jugendclub Centre Talma brachte z.B. alleine am Brandenburger Tor über 5000 Menschen zum tanzen. Gebündelt wurden die Aktionen von drei Frauen, die Eve Ensler und ihre V-Day-Bewegung, aus der die Kampagne One Billion Rising entstand, in Deutschland vertreten.

Ines Eichmüller, Karin Heisecke und Ivana Smith arbeiten auch dieses Jahr ehrenamtlich neben ihren Vollzeitjobs, um OBR 2014 effektiv zu koordinieren. Das ist eine harte Arbeit, auch, weil sich in Deutschland schon viele One Billion Rising – Seiten gegründet haben. Welche ist denn jetzt die richtige? Richtig sind sie alle, denn alle wollen das eine: Einen lautstarken Protest gegen Gewalt gegen Frauen. Was die Seite von diesen drei Frauen besonders macht, ist, dass sie viele deutsche Verbände wie Terre des Femmes und Pinkstinks hinter sich haben. Und die formulieren gerade gemeinsam drei konkrete Forderungen an die deutschen Gesetzesmacher*innen: Anfang Februar werden diese publiziert. Und deshalb heißt OBR dieses Jahr: One Billion Rising for Justice.

Eine dieser Forderungen, das dürfen wir schon sagen, wird eine stärkere Kontrolle von sexistischer Werbung und sexistischen Darstellungen in den Medien sein. Denn sexistische Werbung ist strukturelle Gewalt. Pinkstinks hat für diesen Teil der Forderung Flyer erstellt, die ihr hier kostenlos bestellen und am 14. Februar 2014 in eurer Gegend verteilen könnt. Wenn ihr bei den Tänzen und Aktionen dabei seid (hier seht ihr, wo was los ist), könnt ihr die Flyer im Rucksack mitführen und verteilen, ansonsten könnt ihr sie auch in den Tagen drum herum an öffentlichen Stellen auslegen.

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Der Flyer ist ein Aufruf an den Deutschen Werberat, die Selbstkontrolle der Werbeindustrie. Durch die vielen Stimmen, die durch „OBR for Justice“ sprechen, wird er sehen, dass der Aufschrei nach einer gesetzlichen Regelung für sexistische Werbung immer lauter wird. Wir fordern: Ändert eure Kriterien, jetzt! Mit einem ganz konkreten Kriterium fangen wir zu One Billion Rising an: Keine sexualisierten Frauenkörper oder Körperteile als pure Dekoration, also ohne Produktbezug, in der Werbung! Und es sollte dem Werberat ein Einfaches sein, das zu übernehmen, da er nach dieser Maxime schon einige Kampagnen gerügt hat. Oft jedoch erst nach großem öffentlichen Druck. Wir wollen diese Aussage deshalb artikuliert und schwarz auf weiß in den Diskriminierungskriterien des Werberats lesen.

Im Mai wird Pinkstinks dem Werberat weitere Kriterien vorlegen. Ein Schritt zu seiner Zeit.

Bitte erhebt euch mit uns am 14. Februar! Hier ist nach wie vor die schönste Zusammenfassung, warum ihr das tun solltet: „Wir stehen nicht zur Verfügung.“ Danke dafür an Sookee und alle Macher*innen dieses Videos.