Sehr geehrte Kultusministerkonferenz: Werden Sie tätig! Beauftragen Sie die Entwicklung einer gendergerechten Sprache!

Ab 1987 ließ die Kultusministerkonferenz die deutsche Sprache modernisieren. Die umfangreiche Rechtschreibreform, die 1998 eingeführt wurde, beinhaltete keine Abschaffung des generischen Maskulinums. Auch 2018 müssen Frauen damit leben, als „Kunde“ angesprochen zu werden, und in einer Gruppe von „Sportlern“, „Technikern“ oder „Firmenchefs“ nicht sichtbar zu sein.

Modern geht anders!

Die allgemeine, männliche Anrede bestätigt das Vorurteil, Frauen könnten viele Berufe nicht ausführen: Studien dazu gibt es reichlich. Das generische Maskulinum bildet historische Realitäten ab, die wir seit 1968 überwunden haben sollten:

Frauen kamen als Adressatinnen nicht vor, weil die Öffentlichkeit aus Männern bestand. Frauen mussten ihren Ehemann um Erlaubnis fragen, um arbeiten zu gehen.

Frauen hatten kein Eigentum, keine Macht und kaum Rechte.

Seit 100 Jahren Wahlrecht aber immer noch nur #mitgemeint!

Basis unserer deutschen Sprache ist die Luther-Bibel: Der erste Erdenmensch war ein Mann (adam, hebräisch: Mensch), aus dem eine Frau hervorging. Der Mann war zuerst da, Mensch und Mann, sagte man, sind dasselbe. Nicht nur die feministische Theologie kritisiert diese Deutung seit Jahrzehnten.

„Das ist seit 3000 Jahren so“ ist nicht genug!

Das BGH-Urteil zum Sparkassen-Fall lautete, dass Frauen durch das generische Maskulinum nicht diskriminiert werden, weil sie „nach dem allgemein üblichen Sprachgebrauch und Sprachverständnis“ mitgemeint sind. Studien belegen aber, dass unser Sprachgebrauch Vorurteile und Diskriminierungen zementiert. Und nun?

Wir haben keine Lösung, aber Sprachforschende gibt es genug!

Für die Rechtschreibreform wurden 1987 Forschende des Instituts sowie der Gesellschaft für deutsche Sprache beauftragt. Fachlich ebenso versiert sind Dr. Luise F. Pusch, Prof. Dr. Lann Hornscheidt, Prof. Dr. Anatol Stefanowitsch, und viele andere Menschen, die sich mit gendergerechter Sprache auskennen. Bei „Chef*innen“ oder „Leitende“ liegt der Gedanke näher, dass auch Frauen führen können. Wie die Gender-Sprachreform im Detail aussehen soll, wissen wir nicht: Da sollen Spezialwissende ran, und zwar JETZT! Beauftragen Sie diese noch 2018, damit wir keine elf Jahre warten müssen!

Ist zu kompliziert?

Liebe Kultusministerkonferenz,  

werden Sie jetzt tätig! Beauftragen Sie die Entwicklung einer gendergerechten Sprache!

Gendergerechte Sprache, jetzt!

Sehr geehrte Kultusministerkonferenz: Werden sie tätig! Beauftragen Sie die Entwicklung einer gendergerechten Sprache!

Ab 1987 ließ die Kultusministerkonferenz die deutsche Sprache modernisieren. Die umfangreiche Rechtschreibreform, die 1998 eingeführt wurde, beinhaltete keine Abschaffung des generischen Maskulinums. Auch 2018 müssen Frauen damit leben, als „Kunde“ angesprochen zu werden und in einer Gruppe von „Sportlern“, „Technikern“ oder „Firmenchefs“ nicht sichtbar zu sein. Dabei belegen zahlreiche Studien, dass das generische Maskulinum Vorurteile und Diskriminierungen zementiert.

Wir fordern: Beauftragen Sie noch 2018 renommierte Linguist*innen, eine Gender-Sprachreform auszuarbeiten. Nach 100 Jahren Frauenwahlrecht ist es Zeit, nicht mehr bloß „mitgemeint“ zu sein.

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