Ingwer-Shot: kurz und kompakt

+++ Am Montag könnt ihr noch die Antibabypille in der arte-Mediathek feiern – mit der Doku „60 Jahre Pille – Wo bleibt die Pille für den Mann“ +++ Ausgerechnet am Montag ist auch Internationaler Kindertag! Gefeiert wird der übrigens auch noch mal im September als Weltkindertag +++ Am Dienstag feiern Sexarbeiter*innen den Internationalen Hurentag – auch wenn es in diesem Jahr wenig Grund zum Feiern gibt +++ Am Donnerstag erscheint der Film „Bombshell – das Ende des Schweigens“ – die umstrittene filmische Abrechnung mit sexualisierter Gewalt beim US-Sender Fox News +++ Am Wochenende mal wieder tanzen gehen? Das geht natürlich zurzeit fast nur zu Hause, dann aber bitte mit dem großartigen Duo Theodor Shitstorm #TanzDenDrosten +++

Zweites Frühstück: ausgiebig sättigend

Diesen Donnerstag ist Internationaler Hurentag – aber wie geht es Sexarbeiter*innen in der gegenwärtigen Pandemie-Krise? Schließlich konnten Bordelle keinen Take-Away anbieten, wie Restaurants Pizzen – mit dem Lockdown Ende März wurde das Gewerbe komplett geschlossen. Und das betrifft nicht nur Deutschland, auch in den Niederlanden sind unzählige Sexarbeiter*innen von dem Berufsverbot betroffen. Hierzulande setzen sich verschiedene Initiativen für Notfallfonds und staatliche Unterstützung ein, aber es gibt auch ein Hygienekonzept, wie der Prostitutionsbetrieb wieder aufgenommen werden könnte. Gleichzeitig erstarkt die Diskussion um ein Sexkaufverbot, nach dem Motto: was eh schon zu ist, müssen wir nicht wieder aufmachen. In Österreich dürfen die Bordelle ab 1. Juli wieder öffnen, und hier? Sexarbeiter*innen fallen durch sämtliche politischen und gesellschaftlichen Raster, weshalb wir sie dringend unterstützen müssen – mit mehr als einem Tweet.

Egal ob mensch für oder gegen Sexarbeit ist, die Covid-19-Krise stellt auch eine soziale Frage. Wer bekommt Rettungspakete, wer wird als erstes durch Lockerungen entlastet und schließlich, wer ist von einem schwerwiegenden Verlauf Covid-19s am ehesten betroffen? In den USA sind es vor allem Afroamerikaner*innen die schwer bis tödlich an dem Virus erkranken, in Deutschland erhöhen miserable Arbeitsbedingungen in Branchen wie der Fleischindustrie die Ansteckung und die Spargelernte konnte nur durch eingeflogene Erntehelfer*innen gewährleistet werden. Und schließlich spielen Lebensumstände und soziale Komponenten eine enorme Rolle dabei, wie und ob Covid-19 erfolgreich behandelt werden kann. Und ja, darüber, dass Industrien wie die Luftfahrt- oder die Autobranche eine größere Lobby haben als Obdachlose, Alleinerziehende oder Menschen in systemrelevanten, aber mit Mindestlohn finanzierten Berufen, darüber haben wir schon sehr viel gesprochen, gelesen und geschrieben. Aber wenn Menschen sich gerade fragen, ob sie ihre Putzfrau weiterbezahlen sollten, auch wenn sie wegen Covid-19 gerade nicht zur Arbeit kommt, sollten wir uns vielleicht überlegen, wo der Schuhe in dieser Krise tatsächlich drückt.

9,35 Euro pro Stunde sind aber auch echt unverschämt viel

Gepostet von ZDF heute-show am Dienstag, 26. Mai 2020

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